Schutz vor Insolvenz am Bau - diese 9 einfachen Tipps helfen

News | Frank Kessler | 09.09.2020
Schutz vor Insolvenz am Bau - diese 9 einfachen Tipps helfen
Foto: Roland Riethmüller

Experten prognostizieren, dass die Pandemie zu zahlreichen Insolvenzen führen wird. Die Betriebe müssen darauf gefasst sein, dass ihre Geschäftspartner in die Insolvenz schlittern. Mit dem richtigen Forderungsmanagement können jedoch finanzielle Schäden verhindert werden. Dazu gibt es neun hilfreiche Ratschläge, damit sich jedes Unternehmen im Vorfeld schützen kann. So kann die eigene finanzielle Krise unter Umständen abgefedert werden, anstatt selbst in die Pleite zu rutschen.

Die Corona-Pandemie wird spätestens im Januar 2021 auch am Bau zu zahlreichen Insolvenzen führen. Zwar ist bis zum Ende des Jahres 2020 die Insolvenzantragspflicht unter bestimmten Voraussetzungen ausgesetzt. Doch mit dem Wegfall dieser Schutzmaßnahme drohen zu Beginn des neuen Jahres zahlreiche Insolvenzen. Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) hat deshalb eine Liste mit neun Ratschlägen zusammengestellt, die genau das verhindern soll. Die ausgearbeiteten Tipps bieten eine solide Grundlage, um mit einem guten Forderungsmanagement der eigenen Insolvenz aus dem Weg zu gehen.

1. Rechtzeitige Rechnungsstellung

Eine sofortige Rechnungsstellung sollte Standard in jeder Firma sein. Dabei sollte diese Rechnung für ein korrektes Forderungsmanagement alle relevanten Daten enthalten. Dazu gehören der vollständige Name, die Anschrift des Unternehmen und des Kunden, der Preis und die Menge des gelieferten Produkts sowie das Ausstellungs- und Lieferdatum. Nur mit diesen Angaben kann später eine Forderung zweifelsfrei durchgesetzt werden.

2. Dem Kunden eine Frist setzen

Auf der Rechnung sollte das Datum stehen, bis wann diese bezahlt werden muss. Wird diese Frist nicht eingehalten, gerät der Kunde gemäß § 286 BGB in Verzug. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, dem Kunden eine Mahnung zu schicken und ihn somit in Verzug zu setzen.

3. Sofortige Mahnung offener Posten

Die Geldeingänge sollten täglich kontrolliert werden. Bei offenen Rechnungen empfiehlt es sich, sofort eine Mahnung zu verschicken. Denn es ist nicht professionell, offene Posten zu lange stehen zu lassen. Schließlich steigt die Gefahr des Zahlungsausfalls mit jedem Tag, an dem die Forderung nicht angemahnt wird

4. Strategisches Mahnverhalten

Mahnungen sollten nicht unfreundlich sein. Manchmal ist ein Kunde nur für einen kurzen Zeitraum "knapp bei Kasse". Mit einem barschen Ton kann der möglicherweise treue Kunde leicht vergrault werden. Nach dem Setzen einer Nachfrist empfiehlt sich eine “letzte Mahnung” unter Androhung weiterer juristischer Schritte wie dem gerichtlichen Mahnverfahren oder
der Beauftragung eines Inkassounternehmens.

5. Überprüfung der Bonität des Kundens

Hat ein Kunde bisher immer pünktlich gezahlt und tut dies plötzlich nicht mehr, dann kann das ein Hinweis auf finanzielle Probleme sein. Bei diesen Warnsignalen sollte die Kreditwürdigkeit über Auskunfteien überprüft werden. Bekommt ein solcher Kunde seine Waren auf Rechnung, steigt die Gefahr von Zahlungsausfällen. Bei Neukunden ist in jedem Fall Vorkasse oder Abschlagszahlungen empfehlenswert.

6. Sicherung der Zahlungsansprüche mit juristischen Mitteln

Sollte es zu keiner Einigung kommen, dann müssen die Zahlungsansprüche per Mahn- oder Klageverfahren durchgesetzt werden. Bevor es zu einem Zahlungsausfall durch eine Insolvenz kommt, empfiehlt sich die Unterstützung durch einen Rechtsanwalt oder Inkasso-Dienstleister.

7. Einschätzung der Chancen

Die Kosten für eine aussichtslose Geldeintreibung durch Inkasso-Unternehmen sollten dann vermieden werden, wenn die schlechte Bonität eine Zahlung unwahrscheinlich macht. In diesem Fall ist ohnehin nichts zu holen.

8. Fair Play

Trotz Zahlungsausfall sollte der gute Ton gewahrt werden. Schließlich kann dieser säumige Kunde später einmal wieder absolut solvent sein. Die faire Behandlung durch den Gläubiger und seine Dienstleister kann demnach Auftragschancen in der Zukunft sichern. Deshalb gilt: Am Anfang steht das persönliche Gespräch. So kann möglicherweise mit einer Ratenzahlung das Problem schnell gelöst werden.

9. Factoring sichert Liquidität

Ein effizientes Mahnwesen kostet jedoch Zeit und Geld. Wem die Geduld und die finanzielle Ausdauer fehlt, kann seine Forderung an ein Factoring-Anbieter abtreten. Dieser zahlt dann den Forderungsbetrag abzüglich eines Abschlags unmittelbar aus und kümmert sich selbst um die offenen Posten.

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