Schutzeinrichtungen einhalten - Baustelle mit Absturzsicherung

News | Frank Kessler | 19.07.2021
Schutzeinrichtungen einhalten - Baustelle mit Absturzsicherung
Foto: DGUV

Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist im vergangenen Jahr drastisch angestiegen. Die häufigsten Ursachen für tödliche Arbeitsunfälle auf den Baustellen sind dabei Abstürze von Gerüsten und Leitern, sowie von den Dachflächen und nicht tragfähigen Bauteilen. Experten fordert deshalb einen pflichtbewussteren Einsatz einer Absturzsicherung auf der Baustelle und die konsequente Umsetzung des Arbeitsschutzes. Denn Absturzsicherungen können auch nachträglich und präventiv nachgerüstet werden.

Insgesamt war im Jahr 2020 die Zahl der Arbeitsunfälle zwar rückläufig, jedoch haben die Todesfälle stark zugenommen. So sind die Arbeitsunfälle mit tödlichem Ausgang im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent auf 97 gestiegen. Seit dem Jahr 2014 ist das der höchste Wert. Dabei zählen zu den häufigsten Ursachen die Stürze von Gerüsten und Leitern, sowie von nicht tragfähigen Bauteilen und Dächern. Der Fachverband Tageslicht und Rauchschutz (FVLR) fordert deshalb die verstärkte Umsetzung von kollektiven Schutzeinrichtungen. Zwar haben in den vergangenen Jahren diese Maßnahmen immer mehr Anklang gefunden, doch ist das noch nicht ausreichend. FVLR-Geschäftsführer Ulrich Koch fordert deshalb, die Anforderungen an die persönliche Sicherheit und an den Arbeitsschutz nicht weiter zu vernachlässigen. Gleichzeitig verweist er auf die Regelwerke ASR A.2.1 zum Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen sowie beim Betreten von Gefahrenbereichen und die DIN 4426.

Die erforderlichen Schutzeinrichtungen für die Baustelle

Diese regeln explizit, dass grundsätzlich eine Absturzsicherung auf den Baustellen vorhanden sein muss. Wenn dies aus betrieblichen Gründen nicht möglich sein sollte, müssen Auffangeinrichtungen geschaffen werden. Wenn beide Schutzmaßnahmen nicht umsetzbar sind, müssen unter Beachtung der zusätzlichen Anforderungen persönliche Schutzeinrichtungen gegen Absturz, kurz PSAgA, geschaffen werden. Diese Lösung sollte jedoch nur im Ausnahmefall in Betracht gezogen werden, da diese mit zusätzlichen Auflagen und Rahmenbedingungen verbunden ist. Außerdem erfordert dies auch die aktive Mitarbeit der Beschäftigten. In der Vergangenheit wurde die vorgegebene Reihenfolge der Schutzeinrichtung oftmals nicht eingehalten. Es ist deshalb dringend geboten, die Bauherren, Planer und ausführende Betriebe über die Möglichkeiten von baulichen Lösungen und über die Einhaltung des Arbeitsschutzes zu informieren.

Eine Absturzsicherung kann auch nachträglich installiert werden

Absturzsicherungen können auch nachträglich nachgerüstet werden. Diese Schutzmaßnahmen sind individuell auf das Produkt angelegt und auf die Anforderungen abgestimmt. Sie haben den Vorteil, dass sie auf Dauer installiert bleiben können und so einen dauerhaften Schutz bieten. Dieser dauerhafte kollektive Schutz stellt die Sicherheit für alle auf dem Dach tätigen Personen sicher. Beim Neubau oder bei der Sanierung ist eine Absturzsicherung ebenfalls möglich. Permanente Absturz- und Durchsturzsicherungen können für die Nutzungsdauer nicht unerhebliche Kosten einsparen, denn es müssen für die Wartung oder für Reparaturen keine wiederkehrenden Maßnahmen zur Anwendung kommen.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.

Wir stellen diese Frage, um automatisierten Spam zu verhindern.

Das könnte Sie auch interessieren.