Schwache Bautätigkeit in Europa – nur Tiefbau aussichtsreich

Schwache Bautätigkeit in Europa - nur Tiefbau aussichtsreich
Foto: Roland Riethmüller

In Zukunft wird die Bautätigkeit in Europa weiter schwächeln. Das ist bereits jetzt in Deutschland und in Europa beim Wohnungsbau zu spüren. Die verschlechterten Rahmenbedingen für Bauherren und Wohnungsunternehmen tragen maßgeblich dazu bei, doch vieles geht auch auf den Krieg in der Ukraine zurück. Hinzu kommen darüber hinaus die hohen Wohnungsbaukredite und die verminderte Neubauförderung. Nur der Tiefbau sendet noch positive Impulse.

Prognosen zufolge wird in den kommenden Jahren 2023 bis 2025 die Bautätigkeit nur noch langsam wachsen. Viel Gegenwind erfährt der Wohnungsbau vor allem in Deutschland und in Europa. Das belegen die Ergebnisse der Forschergruppe Euroconstruct, der auch das ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München angehört. „Die stärksten positiven Impulse gehen vom Tiefbau aus“, erklärt ifo-Experte Ludwig Dorffmeister. „Zu den Hauptgründen zählen die erheblich verteuerten Wohnungsbaukredite, stark gestiegene Baukosten sowie die Rückführung der Neubauförderung des Bundes.“ Die Auftragsbestände liegen zwar immer noch auf einem hohen Niveau, aber sind im fünften Monat in Folge rückläufig. Notwendige Neuaufträge bleiben zunehmend aus. Das liegt auch an den veränderten Rahmenbedingungen für Wohnungsunternehmen und Bauherren. Trotzdem wirkt sich das bisher nur bedingt auf die gesamten Bauaktivitäten aus. Das Ausbaugewerbe wird aufgrund der Kapazitätsengpässe noch eine Weile gut zu tun haben.

Bautätigkeit deutlich zurückgegangen

Nach zwei sehr guten Jahren hat sich der Ausblick für den europäischen Wohnungsbau deutlich eingetrübt. Für den Zeitraum 2023 bis 2024 wird mit einer Abnahme der Bautätigkeit von rund drei Prozent gerechnet. Erst im Jahr 2025 würde diese voraussichtlich wieder leicht zulegen. Das Neubauvolumen ist im laufenden Jahr um zwei Prozent zurückgegangen. Das geht auf den Krieg in der Ukraine zurück. Die Einbußen im Bestandssektor sind aber auch auf die Absenkung der freizügigen staatlichen Sanierungsförderung in Italien zurückzuführen. Die Lage in den europäischen Ländern sieht so aus, dass durch den Energiepreisschock mehr in den Wohnungsbestand als in den Neubau investiert wird.

Nur Tiefbau sendet positive Impulse

Das Tiefbauvolumen ist abhängig von den vielen Herausforderungen. Notwendige Investitionen in die Energieversorgung, die Transportwege und in die Verkehrsangebote sorgen dafür, dass der Tiefbau im Jahr 2023 um 2,9 Prozent steigen wird. Im darauffolgenden Jahr 2024 sollen es 1,8 Prozent sein und 2025 2,2 Prozent. Die größten Zuwächse sollen in Italien, Norwegen, der Slowakei und in Polen auftreten. Lediglich in Finnland soll der Markt schrumpfen.

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