Schwaches Ergebnis: Wohngipfel zum Wohnungsbau nur erster Schritt

News , 26.09.2018 , Frank Kessler Bild zu: Schwaches Ergebnis: Wohngipfel zum Wohnungsbau nur erster Schritt
Foto: Roland Riethmüller

Der kürzlich stattgefundene Wohngipfel zum Wohnungsbau in Deutschland wurde von den meisten Organisationen als positiv bewertet. Trotzdem sei dies nur ein erster Schritt, damit mehr bezahlbarer Wohnraum in Deutschland geschaffen werden kann. Leichte Kritik wurde vor allem deshalb geäußert, weil die Stärkung des sozialen Wohnungsbaus zu kurz kam und die Technologie des seriellen Bauens zu wenig Beachtung fand.

Weil Bauen immer teurer wird, fand letzten Freitag der Wohngipfel im Kanzleramt statt. Das Ziel bestand darin, konkrete Maßnahmen für mehr Wohnungsbau und Wohneigentum zu beschließen. Doch ist das gelungen? Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung sieht die Ergebnisse der Bundesregierung nur als ersten Schritt in die richtige Richtung. Nur durch eine Beschleunigung des Wohnungsbaus seien die Engpässe beim bezahlbaren Wohnraum zu beseitigen, kommentierte der ifo-Immobilienexperte Ludwig Dorffmeister das Ergebnis. Dieses Ziel würde man aber unter anderem nur durch eine bessere Baulandversorgung, durch Baukostensenkung und Vereinfachung der Bauvorschriften erreichen. Positiv gewertet wurde dagegen die Erhöhung des Wohngeldes für Geringverdiener. Gleichzeitig bemängelte Dorffmeister, dass die Hälfte der Sozialwohnungen von Familien bewohnt werden würde, die für diese staatliche Unterstützung eigentlich nicht qualifiziert seien.

Kritik von Gewerkschaften und Mieterbund

Grundsätzlich begrüßte zwar der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) und der Deutsche Mieterbund (DMB) die Beschlüsse. “Anders als in der Pressemeldung des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat dargestellt, gibt es aber keine Vereinbarung über die hierzu notwendigen Maßnahmen, zumindest keine Vereinbarung mit den Gewerkschaften und dem Deutschen Mieterbund", stellten IG Bau-Vorsitzender Rober Feiger, DGB-Vor­stands­mit­glied Stefan Körzell und DMB-Präsident Franz-Georg Rips als Teilnehmer am Wohngipfel klar. Kritik gab es auch wegen der Absenkung der Fördermittel von 1,5 Milliarden Euro auf eine Milliarde Euro in den Jahren 2020 und 2021. Die 100.000 zusätzlichen Sozialwohnungen in dieser Legislaturperiode reichen bei weitem nicht aus, um den Bestand dieser Wohnungen zu sichern.

Lob und kritische Anmerkungen von der Deutschen Bauindustrie

Als Schritt in die richtige Richtung bewerte Marcus Becker, Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) den Wohngipfel der Bundesregierung zum Wohnungsbau. Ausdrücklich begrüßt wurde, dass bis zum Jahr 2021 zusätzlich 100.000 Sozialwohnungen geschaffen werden sollen. Trotzdem appellierte man an alle Beteiligten, den seriellen Wohnungsbau stärker als bisher mit in die Planungen einzubeziehen. Damit würde viel Zeit gespart werden, denn ein Typenhaus kann in Serie produziert werden. Bezahlbarer Wohnraum könne nur dann entstehen, wenn Bund, Länder und Kommunen besser zusammenarbeiten würden. Deshalb sollte das Motto lauten: "Bauen statt streiten".