Schwarzarbeit - Forderung nach verstärkten Kontrollen

, 20.06.2012 , Frank Kessler
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Wir kennen es alle, die Kosten für den privaten Konsum oder Dienstleistungen sind hoch und steigen weiter. Aus diesem Grund freut man sich, wenn man in irgendeiner Form Geld sparen kann. Dass es dabei nicht immer legal zugeht, muss man sich aber durchaus bewusst sein. Schwarzarbeit ist eines dieser illegalen Modelle. Sie schadet langfristig jedoch der gesamten Wirtschaft, weshalb die IG BAU verstärkte Kontrollen der Schwarzarbeit fordert.

Schwarzarbeit ist in der deutschen Wirtschaft ein sehr sensibles Thema, da sie leider auch bundesweit und in vielen Branchen stark verbreitet ist. Insbesondere in der Bauwirtschaft ist das Vorkommen von dieser illegalen Beschäftigung jedoch sehr massiv bekannt. Die am 6. Juni 2012 vorgestellte Studie zur Schwarzarbeit der Rockwool Stiftung macht noch mal ganz klar deutlich, wie es um die Schattenwirtschaft in Deutschland bestellt ist. Dies ist auch der Grund, warum die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) einmal mehr fordert, dass die Kontrollen hier unbedingt verstärkt werden müssen.

Die Bauwirtschaft ist immer noch die Branche, die am häufigsten und stärksten durch den Einsatz von Schwarzarbeitern auffällt. Ein Grund dafür ist, dass viele Beschäftigte sowieso schon geringe Steuern zahlen und daher besonders die Unternehmen von der Schwarzarbeit profitieren. Natürlich handeln sie damit nicht legal und betrügen den Staat um Steuern und Sozialabgaben. In der Regel ist der Nutzen für die Unternehmen dabei, dass sie gegenüber ehrlich und gesetzlich korrekt arbeitenden Betrieben einen Wettbewerbsvorteil haben.

Ganz klar ist, dass solche Betriebe allen Beteiligten schaden. Die gesetzestreuen Betriebe verlieren immer öfter Aufträge, weil sie neben den unlauteren Methoden mittel- bis langfristig nicht bestehen können. Der Staat wird um seine Einnahmen betrogen. Letztlich verliert er darüber hinaus auch noch die Einkünfte derer  Firmen, die am Ende vom Markt verschwinden werden.  Auch die Beschäftigten sind die Verlierer der Schwarzarbeit. Denn für sie bedeutet es in der Regel, dass der Druck auf die regulären Tariflöhne steigt und die Schwarzarbeit zusätzlich schlecht bezahlt wird.

Um sowohl die Wirtschaft als auch die Beschäftigten langfristig zu schützen, begrüßt die IG BAU die kontinuierlichen Kontrollen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Der Rückgang der Schwarzarbeit macht deutlich, dass die Kontrollen nicht nur notwendig, sondern auch wirksam sind. Umso wichtiger ist, es dass hier weiterhin eine hohe Sensibilisierung  und anhaltende Überprüfungen stattfinden. Eine Erhöhung der FKS-Kontrolleure ist dafür unabdingbar.