Selbständigkeit im Handwerk - was Handwerker motiviert

News | Frank Kessler | 25.09.2020
Selbständigkeit im Handwerk - was Handwerker motiviert
Foto: Roland Riethmüller

Nicht nur in der Schweiz haben Handwerker ein hohes Arbeitspensum. Trotzdem schätzen sie ihre Selbständigkeit, denn die abwechslungsreiche Tätigkeit steht bei ihnen hoch im Kurs. In den meisten Fällen verlief die Gründung ohne große Probleme. Viele Handwerker haben bei der Arbeitszeit ein festgelegtes Pensum. Im Schnitt arbeiten sie mindesten 46 Stunden in der Woche. Offen bliebt, wie sich die Corona-Pandemie auf die Auftragslage auswirken wird.

Was treibt Handwerker an, eine selbständige Tätigkeit auszuüben? Diese Frage wollte das Schweizer Handwerkerportal Ofri mit einer Umfrage herausfinden. Befragt wurden 168 selbständige Handwerk in der Schweiz. 77 Prozent der Handwerker haben sich demnach selbstständig gemacht, damit sie ein selbstbestimmtes Arbeitsleben führen können. Hoch im Kurs steht darüber hinaus die abwechslungsreiche Arbeit im Handwerk. Fast ein Drittel der befragten Handwerker gab an, dass dies ein Kriterium für die selbstständige Tätigkeit sei. Nur 16 Prozent äußerte, dass die finanzielle Attraktivität der selbstständigen Handwerkstätigkeit ein Grund für die Gründung eines eigenen Betriebs war. Bei der Gründung kam es zu keinen nennenswerten Hürden. Holpriger verlief die Gründung jedoch, wenn bürokratische Fragen das Problem waren. Schwierigkeiten gab es bei der Hälfte der Befragten mit der Finanzierung der Gründung.

Bei der Arbeit herrscht ein straffes Pensum

Rund zwei Drittel der befragten Handwerker gab an, mehr als 40 Stunden in der Woche zu arbeiten. Rund 25 Prozent der Handwerker haben bei der persönlichen Arbeitszeit ein straffes Pensum. In der Regel arbeiten sie mindestens 46 Stunden in der Woche. Rund acht Prozent von ihnen kommt sogar regelmäßig auf eine Arbeitszeit von 60 Stunden in der Woche. Im Bereich zwischen 41 und 45 Wochenstunden bewegen sich rund 28 Prozent der Handwerker. Ein Fünftel arbeitet zwischen 36 und 40 Stunden in der Woche. Nur das restliche Fünftel der Handwerker kommt auf eine wöchentliche Arbeitszeit von weniger als 36 Stunden. Rund 85 Prozent sind Gründer und Geschäftsführer des jeweiligen Betriebs. Weitere elf Prozent sind als Geschäftsführer tätig und 2,4 Prozent (vier Teilnehmer) sind als leitende Angestellte tätig.

Die Zukunft für das Handwerk ist unklar

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Corona-Pandemie auf die diesjährige Arbeitsauslastung und Auftragslage auswirken wird. Im letzten Jahr konnten die Unternehmen einen stabilen Arbeitsfluss verzeichnen. 81 Prozent gaben eine Auslastung von 80 bis 140 Prozent an. Die Umfrage zur Selbständigkeit wurde zwischen Februar und März 2019 durchgeführt.

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