Serielle Sanierung durch höhere Förderung noch attraktiver

News | Frank Kessler | 29.01.2020 Serielle Sanierung durch höhere Förderung noch attraktiver
Foto: Deutsche Energie-Agentur (dena)

Die Förderung für hocheffiziente Sanierungen ist auf 40 Prozent angehoben worden, so dass Wohnungsunternehmen seit letzter Woche mit höheren Fördermittel für die Gebäudesanierung rechnen können. Die serielle Sanierung hilft, Zeit und Kosten zu sparen. Denn der energetische Standard vom Effizienzhaus 55 wird auch durch den Energiesprong-Ansatz erreicht. In unseren Nachbarländern hat sich die serielle Gebäudesanierungen nach Energiesprong schon lange bewährt und hilft, viele Mehrfamilienhäuser auf NetZero-Standard zu bringen.

Die KfW-Bankengruppe hat am 24. Januar 2020 den Tilgungszuschuss zur Sanierung eines Effizienzhaus 55 auf 40 Prozent erhöht. Dabei wird der hohe energetische Standard auch durch den Energiesprong-Ansatz erreicht. Innerhalb von kurzer Zeit werden Gebäude durch die serielle Gebäudesanierung bezahlbar auf den NetZero-Standard gebracht. Die benötigte Energie für Strom, Heizung und Warmwasser für ein Jahr wird so von den Häusern selbst erzeugt. "Dank der aufgestockten KfW-Förderung können Wohnungsunternehmen nun viele Mehrfamilienhäuser wirtschaftlich auf NetZero-Standard bringen - und das bei allenfalls moderaten Erhöhungen der Warmmiete", freut sich Uwe Bigalke, Teamleiter Energiesprong bei der Deutschen Energie-Agentur (dena). Weiter sagte Bigalke, dass es das Ziel sei, dass durch die Erfahrungen an den Pilotprojekte die Baukosten langsam gesenkt werden können.

Mehr als 10.000 Wohnungen sind für die serielle Sanierung bereit

In den kommenden vier Jahren sollen rund 10.000 Wohnungen seriell saniert werden. Das Marktvolumen dieser Wohnungen liegt bei fast einer Milliarde Euro. Es gibt schon erste Anfragen, auch Schulen und Bürogebäude auf den NetZero-Standard zu bringen. In Hameln ist die erste Energiesprong-Sanierung fast abgeschlossen. Bei diesem Projekt handelt es sich um einen Wohnkomplex aus den 1930er Jahren. Weitere Projekte sollen folgen.

Hohes Marktpotenzial durch Energiesprong

Es wird geschätzt, dass ein hohes Potenzial für kleine und mittlere Mehrfamilienhäuser besteht, die noch aus den 50er bis 70er Jahre stammen. Es handelt sich dabei um rund 500.000 Gebäude. Das Energiesprong-Prinzip lässt sich auf Einfamilienhäuser, große Mehrfamilienhäuser und kommunale Gebäude anwenden.

Was ist Energiesprong?

Bei einer Gebäudesanierung nach dem Energiesprong-Prinzip handelt es sich um einen digitalen und industrialisierten Bauprozess mit vorgefertigten Elementen. Dieses Prinzip ist international ausgezeichnet und hat sich bereits in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden bewährt. Es dient dazu, Gebäude schnell und klimafreundlich sowie mieterfreundlich zu sanieren. In Deutschland wird Energiesprong von der dena koordiniert und vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen unterstützt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziert die serielle Sanierung mit Fördermittel.

Das könnte Sie auch interessieren.