Die Wohnungswirtschaft setzt mit einer neuen bundesweiten Rahmenvereinbarung zum seriellen Sanieren ein deutliches Signal für die energetische Modernisierung des Gebäudebestands. Dabei werden erstmals europaweit Ausschreibungen für die energetische Modernisierung gebündelt, Standards vereinheitlicht und der breite Einsatz industriell gefertigter Sanierungskonzepte beschleunigt. Das soll Tempo in die serielle Sanierung von Bestandsgebäuden bringen. Gleichzeitig eröffnet sich damit für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe ein wachsender Zukunftsmarkt mit besserer Planbarkeit, hoher Nachfrage und neuen Chancen trotz Kostendruck und Fachkräftemangel.
Mit dem Startschuss für eine neue bundesweite Rahmenvereinbarung zum seriellen Sanieren will die Wohnungswirtschaft der energetischen Modernisierung von Bestandsgebäuden neuen Schwung verleihen. Initiator des Projekts „Rahmenvereinbarung SerSan 1.0“ ist der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW. Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen mit Rahmenvereinbarungen zum seriellen, modularen und systemischen Bauen soll erstmals auch die energetische Sanierung des Gebäudebestands europaweit gebündelt ausgeschrieben werden. Ziel ist es, den Zugang zu qualitätsgesicherten seriellen Sanierungslösungen zu vereinfachen und den Markthochlauf weiter zu beschleunigen. Beim Kick-off in Berlin wurde deutlich: Industriell vorgefertigte Sanierungslösungen gelten zunehmend als Schlüssel, um Klimaziele, Kostenstabilität und Geschwindigkeit zusammenzubringen. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe eröffnet sich damit ein Markt mit klaren Standards, wachsender Nachfrage und planbaren Volumina.
Serielle Sanierung als Antwort auf Kostendruck und Fachkräftemangel
Die Ausgangslage ist bekannt: Steigende Baupreise, knappe Fachkräfte und ambitionierte Klimavorgaben setzen die Branche massiv unter Druck. Die serielle Sanierung verspricht hier Entlastung durch industrielle Vorfertigung, standardisierte Prozesse und verkürzte Bauzeiten. Axel Gedaschko, Präsident des GdW, bringt den Anspruch auf den Punkt: „Die serielle Sanierung ist ein wichtiger Baustein, um Klimaschutz, Bezahlbarkeit und Geschwindigkeit im Gebäudebestand zusammenzubringen.“ Weiter betont er: „Nur wenn wir industrielle Vorfertigung, standardisierte Prozesse und partnerschaftliche Zusammenarbeit konsequent nutzen, können wir die energetische Modernisierung in der notwendigen Breite und zu vertretbaren Kosten umsetzen.“ Gerade für ausführende Betriebe entsteht dadurch ein zunehmend industrialisiertes Arbeitsumfeld, in dem sich Planungssicherheit und Wiederholbarkeit positiv auf Produktivität und Margen auswirken können.
Rahmenvereinbarung schafft verlässliche Marktstrukturen
An dem Projekt beteiligen sich neben dem GdW auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), die Deutsche Energie-Agentur (dena) sowie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB). Gemeinsam sollen Leistungsbilder, Anforderungen und Effizienzstandards definiert werden, die später Grundlage der europaweiten Ausschreibung sind. „Wichtig ist uns, den Markthochlauf der seriellen Lösungen weiter zu unterstützen und Möglichkeiten für weitere Kostenreduzierungen – auch durch die Definition vernünftiger Effizienzstandards – zu nutzen und damit die Wirtschaftlichkeit zu sichern“, betont GdW-Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser die Bedeutung als Hebel für weitere Kostensenkungen.
Wachsender Markt mit klaren Perspektiven
Dass die serielle Sanierung längst kein Nischenthema mehr ist, zeigen die Zahlen aus der Wohnungswirtschaft. Rund 4.000 Wohneinheiten sind bereits fertiggestellt oder befinden sich im Bau, weitere 18.000 sind in Planung. Damit hat sich ein belastbarer Markt entwickelt, der insbesondere in Zeiten von Fachkräftemangel neue Chancen für spezialisierte Bau- und Handwerksbetriebe eröffnet. Mit der geplanten Rahmenvereinbarung will der GdW diesen Markt weiter strukturieren und professionalisieren. Für die Bauwirtschaft bedeutet das: Wer frühzeitig Kompetenzen im seriellen Sanieren aufbaut, kann sich langfristig in einem wachsenden, standardisierten und politisch gewollten Zukunftsmarkt positionieren.

















