Serielles Bauen in der Kritik: besser innovativ bauen

News | Frank Kessler | 29.03.2021
Serielles Bauen in der Kritik: besser innovativ bauen
Foto: Roland Riethmüller

Bezahlbarer Wohnraum wird nicht durch das serielle Bauen geschaffen, sondern durch die Vorfertigung der Bauteile im Werk. Dadurch werde die Bauzeit verkürzt, was sich außerdem auch kostensenkend auswirke. Das Baugewerbe plädiert daher für innovatives Bauen in der Zukunft, was durch die Digitalisierung möglich wird. Vorgefertigte Bauteile und elementiertes Bauen liegt deshalb voll im Trend. Das hat auch Auswirkungen auf die Bauwirtschaft.

"Wir glauben, dass die Bauwirtschaft grüner, digitaler und nachhaltiger werden wird - und das erreichen wir nur durch innovatives Bauen”, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbs (ZDB), Felix Pakleppa, anlässlich einer Veranstaltung in Berlin. Der Mittelpunkt der Veranstaltung war ein Zwischenfazit zum seriellen Bauen. “Nachhaltiges Bauen und digitale bzw. integrale Prozesse sind die zwei Seiten einer Medaille für das innovative Bauen der Zukunft." Pakleppa sagte außerdem, dass er Zweifel daran habe, dass das serielle Bauen in Deutschland die Wohnungsprobleme lösen könne. Im vergangenen Jahr wurden 300.000 neue Wohnungen geschaffen. Der Anteil der Wohnungen mit serieller Bauweise liege unter einem Prozent, so Pakleppa.

Statt seriellem Bauen bringt elementiertes Bauen die Vorteile

Bezahlbares Bauen und Wohnen könne nur durch elementiertes Bauen erfolgen. Hochwertige Wohnungen könnten somit schneller fertiggestellt werden. Durch eine digital gestützte Vorfertigung von Bauteilen im Werk und kürzere Montagezeiten würde sich auch die Bauzeit auf den Baustellen erheblich verkürzen. Verbindet man elementiertes Bauen zusätzlich mit einer Typisierung von Gebäuden, könne so noch kostengünstiger gebaut werden. Dadurch würden die Zeiten für die Planung und gleichzeitig auch die Kosten sinken.

Recycling wird weiter an Bedeutung gewinnen

Pakleppa sagte weiter, dass es eine starke Individualisierung beim Bauen in Deutschland gäbe. Auch das sei ein Grund für eine Vorfertigung von Einzelteilen. Denn so könnten der Gedanke des "one size fits all" und der Wunsch nach Individualität in Einklang gebracht werden. "Aber auch hier kann die Digitalisierung im Sinne einer smarteren Maß-Vorfertigung von Einzelteilen dazu führen, dass mehr Bauteile in Vorfertigung realisiert werden", bestätigte Pakleppa weiter. Er erwarte, dass die Recyclingfähigkeit von Baustoffen, die graue Energie und die Ökodaten in Zukunft verstärkt auf der Tagesordnung stehen würden. Künstliche Intelligenz (KI) werde ebenfalls in diesem Jahrzehnt ihren Durchbruch haben. Das bedeute, dass zum Ende des Jahrzehnts die Bauwirtschaft grüner und digitaler sein werde.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Bernd Michalski am 10.04.2021 )

Bezahlbarer Wohnraum wird weder durch das serielle Bauen, noch durch die Vorfertigung der Bauteile im Werk, noch durch Digitalisierung allein geschaffen. Es ist vielmehr ein Lean-Construction Paket aus Konstruktion als das Was, Technologie als das Wie und Logistik als das Womit.

Vor allem geht es um die deutliche Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit und Produktivität und die durchgreifende Senkung der exorbitanten Fehlerquote in der Bauwirtschaft.

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