Sind Handwerker glücklichere Menschen?

News , 15.01.2018 , Frank Kessler Bild zu: Sind Handwerker glücklichere Menschen?
Foto: Roland Riethmüller

Macht das Handwerk die Beschäftigen glücklich? Dieser Frage geht eine aktuelle Studie mit Hilfe einer Online-Umfrage zum Glücksempfinden im Handwerk nach. Bereits zuvor hatte die Branche in anderen Studien geäußert, für das eigene Wohlbefinden förderlich zu sein. Als Grund gilt die Schaffung von Greifbarem, das gesehen, angefasst und gefühlt werden kann. Zusammen mit mehreren Lehrstühlen soll diese Vermutung nun bestätigt werden.

Die aktuelle Online-Umfrage gehört zur Forschungsstudie "Handwerksstolz - Glücksforschung im Handwerk" und ist nicht die erste Studie ihrer Art. Handwerkerinnen und Handwerker haben ihre handwerkliche Arbeit bereits in vorhergehenden Forschungsarbeiten als besonders erfüllend bezeichnet. Es bleibt abzuwarten, ob die aktuelle Studie von der Georg-August-Universität Göttingen und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ein ähnliches Ergebnis bringt. Eingebettet sind die Studien zur Zufriedenheit von Handwerkern in die Forschung zur Bedeutung von Arbeit für die Lebenszufriedenheit.

Im Handwerk entsteht etwas Greifbares

Eine Erklärung dafür, warum eine Arbeit im Handwerk die Lebenszufriedenheit möglicherweise steigert, könnte im sinnlich erfahrbaren Ergebnis vieler handwerklicher Tätigkeiten liegen. Ein Handwerker kann die Ergebnisse seiner Arbeit greifen, fühlen, sehen und - jenseits vom Bauhandwerk - bisweilen auch schmecken. Das kann zufriedener mit dem Ergebnis machen als Arbeiten mit einem abstrakten Ergebnis wie zum Beispiel viele Arten der Büroarbeit.

Die Online-Umfrage dauert 12 Minuten

Die Dauer der Online-Umfrage liegt bei ungefähr zwölf Minuten. Handwerker können sich anonym am PC oder mit einem mobilen Endgerät an der Umfrage beteiligen. Die Studienautoren weisen darauf hin, dass sie sämtliche Angaben streng vertraulich behandeln und alle Informationen nur in den Gesamtergebnissen publizieren.

Während der Umfrage werden Fragen gestellt wie "Wie zufrieden sind Sie, alles in allem, mit Ihrem Leben?" Abgefragt wird zudem die Zufriedenheit mit speziellen Lebensbereichen wie Gesundheit, Beziehung, Freizeit und Umwelt. Darüber hinaus gibt es beispielsweise Fragen zur tatsächlichen und zur gewünschten wöchentlichen Arbeitszeit sowie zur Position des befragten Handwerkers im Betrieb, in dem er arbeitet.

Eingebettet ist die Umfrage in ein übergreifendes Projekt

Die Studie "Handwerksstolz - Glücksforschung im Handwerk" ist in das transdisziplinäre Forschungs-, Dokumentations- und Bildungsprojekt "Objekte der Könner" eingebunden. Untersucht wird in diesem Projekt, wie Innovationen im Handwerk "im Kontext traditionellen Könnens" entstehen. Eingesetzte Forschungsinstrumente sind die Analyse von Dokumenten, ökonomische Experimente und Analysen sowie eine kulturwissenschaftliche Feldforschung. Am Projekt beteiligt sind die drei Teildisziplinen Kulturanthropologie, Wirtschaftspädagogik und Volkswirtschaftslehre sowie vier Institute: die Professur für Wirtschaftspolitik und Mittelstandsforschung am Wirtschaftswissenschaftlichen Institut sowie das Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie und das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk jeweils der Universität Göttingen sowie das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln (FBH). Die Koordination des gesamten Projekts liegt bei Dr. Ann-Kathrin Blankenberg.

Weitere Informationen und Teilnahme an der Online-Umfrage:
https://www.handwerksstolz.de/