Smart Home immer interessanter für Elektrohandwerk

News | Frank Kessler | 03.03.2020 Smart Home immer interessanter für Elektrohandwerk
Foto: ArGe Medien im ZVEH

Lange Zeit als Spielerei abgetan, bringt Smart Home heute mehr Komfort und Sicherheit, aber auch Energieeffizienz in den Wohnungsbau. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage und bescheinigt der Technologie steigende Umsätze. Denn damit wächst auch die Bedeutung für das Elektrohandwerk und bietet ungeahnte Chancen. Doch neben dem Wachstumssegment ergaben sich auch neue Herausforderungen, die es zu meistern gilt.

Das Angebot an intelligenter Gebäudetechnologie wird immer größer. Wer findet schließlich die Fernsteuerung der Heizung nicht bequem? Und wer schätzt nicht, wenn über das Mobiltelefon gesehen werden kann, wer an der Haustür klingelt? Das sind alles Dinge, die Smarthome-Lösungen so beliebt machen. Ähnliches bestätigte kürzlich auch eine Umfrage, die von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Wirtschaftsinitiative Smart Living (WiSL) durchgeführt wurde. Rund die Hälfte der Befragten (48 Prozent) gab demnach an, dass smarte Anwendungen das Leben nicht nur komfortabler, sondern auch sicherer machen würde. Die Tendenz ist steigend. Ein Grund dafür ist aber auch, dass die smarte Technologie einen wertvollen Beitrag zur Energiewende leistet.

Große Chancen für das Elektrohandwerk

Was also lange Zeit eher etwas für Nerds war, kommt langsam im Massenmarkt an. So bestätigen die Ergebnisse der Herbst-Konjunkturumfrage 2019 des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), dass das Thema Smart Home für die Betriebe im Elektrohandwerk in Zukunft immer interessanter wird. Denn die Nachfrage nach Lösungen im Bereich der Gebäudeautomation wächst ungebrochen und erzeugt große Chancen für das Elektrohandwerk.

Smart Home am häufigsten in Einfamilienhäusern

Immer mehr Fachbetriebe bieten Smarthome-Lösungen an. Trotzdem ist die Anzahl der im Jahr realisierten Projekte in diesem Bereich noch überschaubar. Am häufigsten erfolgte die Installation in Einfamilienhäusern. Rund 91 Prozent der befragten Betriebe haben dort Smart Home Lösungen eingebaut. In Mehrfamilienhäusern lag der Anteil bei 30,9 Prozent. Die Anbieter dieser Technologie sind in der Regel größere Betriebe. Sie setzen damit gleichzeitig mehr Projekte um, als kleinere Betriebe. 44,9 Prozent waren in Zweckbauten aktiv.

Ein wichtiges Thema bei der Umfrage war auch der Preis. Rund 42,2 Prozent der Experten für Smarthome waren sich darüber einig, dass das System noch billiger werden müsse. Interessant war dabei auch, dass sich 52,9 Prozent dafür aussprachen, dass eine einheitliche Schnittstelle für die unterschiedlichen Systeme geben müsse. Inwieweit Smarthome in der Zukunft realisiert werden kann, hängt auch von den Fachkräften ab. 40,4 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass mehr Fachkräfte für Smarthome benötigt werden. 66 Prozent der befragten Handwerker wollen in den kommenden drei Jahren Mitarbeiter für diesen Bereich ausbilden.

Wachsender Bedarf an Fachkräften im Elektrohandwerk

Denn die Befragung zeigt gleichzeitig auch, dass der Bedarf an Fachkräften mit dem Zuwachs der Umsätze ebenfalls steigen wird. So sind Siri und Alexa die Sprachsteuerungssysteme der Zukunft, für die auch Experten auf diesem Gebiet benötigt werden. Dieses Potenzial haben die E-Handwerksbetriebe erkannt. Rund 57 Prozent sind der Meinung, dass in den nächsten Jahren der Umsatz auf diesem Gebiet deutlich wachsen wird. Nur rund 21 Prozent gehen von gleichbleibenden Umsätzen aus.

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