Solides Wachstum - Baukonjunktur trotzt allgemeinem Trend

News | Frank Kessler | 19.01.2021
Solides Wachstum - Baukonjunktur trotzt allgemeinem Trend
Foto: Roland Riethmüller

Die Bauwirtschaft ist bisher relativ gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Neuesten Zahlen zufolge wird in den kommenden Jahren sogar mit einem solides Wachstum gerechnet. Allerdings sind nicht alle Sparten im Baugewerbe gleich gut durch die Krise gekommen. Während in den Öffentlichen Bau große Hoffnung gelegt werden und sich der Wohnungsneubau als krisenfest präsentiert, schwächelt der Wirtschaftsbau. Trotzdem ist die Baukonjunktur immer noch die Stütze der Gesamtwirtschaft.

Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie steht die Bauwirtschaft relativ gut da. Insgesamt konnte demnach im letzten Jahr eine Steigerung des Bauvolumens von vier Prozent auf 444 Milliarden Euro verzeichnet werden. Die Wachstumsrate hat sich zwar halbiert, dennoch ist die Bauwirtschaft weniger von der Krise betroffen als andere Bereiche. Für das laufende und das kommende Jahr wird sogar ein weiterer Anstieg der Bautätigkeit erwartet. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) geht insgesamt von drei beziehungsweise von fünf Prozent aus. "Die Corona-Pandemie geht zwar auch an der deutschen Bauwirtschaft nicht spurlos vorbei - wir reden aber von einem weniger starken Plus, unter dem Strich also immer noch einem Wachstum", sagt DIW-Konjunkturchef und Immobilienökonom Claus Michelsen.

Besonders krisenresistent präsentiert sich der Wohnungsneubau

Nach wie vor wird in den Wohnungsneubau investiert. Ein Grund dafür ist, dass die Bauunternehmen bisher ihre Arbeiten nicht einstellen mussten, was auch an den strengen Hygienemaßnahmen liegt. Außerdem sind Wohnungsbaukredite immer noch sehr günstig. Verhindert wurde ein Einbruch der Bautätigkeit auch durch das Kurzarbeitergeld und durch die Senkung der Mehrwertsteuer. Von Januar bis Oktober 2020 lag die Zahl der Baugenehmigungen rund 3,4 Prozent über dem Vorjahr.

Nicht so rosige Zeiten beim Wirtschaftsbau

Viele kommerzielle Eigentümer von Immobilien haben wegen der Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen nicht dringend erforderliche Ausbauarbeiten verschoben. Hinzu kommt, dass der Nichtwohnungsbau von der Corona-Krise erheblich ausgebremst wurde. In diesem Jahr wird der Wirtschaftsbau schrumpfen, nachdem es für das Jahr 2020 nur ein Mini-Wachstum von einem Prozent gab. Der Verluste der Unternehmen und die wirtschaftlichen Unsicherheiten sorgen dafür, dass die Unternehmen keine Produktionskapazitäten brauchen.

Bei der öffentlichen Hand steigt die Bautätigkeit

Grund zur Hoffnung gibt es beim Öffentlichen Bau. Dieser Bereich dürfte mit 6,9 Prozent in diesem Jahr kräftig zulegen. Die Entwicklung war in den vergangenen Jahren eher verhalten. Das Konjunkturpaket sieht auch öffentliche Investitionen vor. Bisher war davon nur wenig zu spüren. In den kommenden Jahren sollte sich dies aber ändern.

Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Zahlen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen 2020 veröffentlicht. Hier zeigt sich ebenfalls, dass nicht alle Sparten im Baugewerbe gut durch die Corona-Krise gekommen sind. Das bekam insbesondere der Wirtschaftsbau zu spüren. Die Investitionen gingen hier um 0,7 Prozent zurück. Trotz dieser Zahlen ist die Baukonjunktur immer noch die große Stütze der Gesamtwirtschaft.

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