Sorge um Homeoffice-Pflicht - Einschränkungen im Baugewerbe

News | Frank Kessler | 07.04.2021
Sorge um Homeoffice-Pflicht - Einschränkungen im Baugewerbe
Foto: Roland Riethmüller

Das Baugewerbe befürchtet eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Behörden durch die Homeoffice-Pflicht. Die Bedenken gehen dahingehend, dass die Berliner Verwaltung ohne entsprechende technische Ausrüstung ins Homeoffice geschickt wird und somit arbeitsunfähig wird. Bedenken kommen aber auch aus anderen Landesteilen der Republik. Zusätzlich gibt es zurzeit keine rechtliche Verpflichtung, den Arbeitnehmern Corona-Tests zur Verfügung zu stellen. Trotzdem hat die Politik nun eine Testpflicht für Berlin und Sachsen eingeführt.

Zur angekündigten Homeoffice-Pflicht für die Berliner Unternehmen äußert sich Dr. Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin-Brandenburg: "Die Unternehmen des Berliner Baugewerbes ermöglichen ihren Beschäftigten, wo es möglich ist, bereits jetzt die Arbeit im Homeoffice". Weiterhin betont sie, dass aufgrund des Arbeitsumfeldes eine Tätigkeit im Homeoffice schwerlich realisierbar sei. Schließlich sei es nicht möglich, Wohnungen vom Schreibtisch aus zu bauen. Des Weiteren bestehe die Befürchtung, dass bei der Berliner Verwaltung aufgrund fehlender technischer Möglichkeiten ein Arbeiten im Homeoffice nicht möglich sei. Aus Sicht des Baugewerbes ist daher eine breit gefächerte Test-Strategie eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Was eine Testpflicht betrifft, so sind jedoch noch Fragen zur Finanzierung zu klären. Außerdem würde das nur Sinn ergeben, wenn genügend Tests bereitstünden.

Statt Homeoffice-Pflicht, lieber Aufruf zu freiwilligen Tests

Doch es geht auch anders: Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft ruft beispielsweise die Unternehmen zu freiwilligen Tests und Arbeit im Homeoffice auf. Allerdings wird auch dort vor einer gesetzlichen Pflicht gewarnt. Zur Pandemiebekämpfung leisten die Betriebe mit ihren hygienischen Konzepten bereits ihren Beitrag. Für viele Unternehmen wäre eine Testpflicht ein enormer Arbeitsaufwand und in der Praxis nicht auszuführen. Viele Unternehmen stehen schon jetzt mit dem Rücken zur Wand und können weitere finanzielle oder bürokratische Belastungen nicht mehr leisten. Es wird darauf hingewiesen, dass die Unternehmen in Bayern bereits Homeoffice nutzen. Rund 72 Prozent der Beschäftigten arbeiten schon jetzt im Homeoffice. Eine gesetzliche Pflicht dürfe es nicht geben.

Berlin und Sachsen sind gesetzlich zum Coronatest verpflichtet

Sachsen und Berlin sind nun verpflichtet, den Mitarbeitern Tests zur Verfügung zu stellen. Die Arbeitnehmer müssen dieser Testpflicht aber nur dann nachkommen, wenn sie Kontakt mit Kunden haben. Kritik kommt auch aus Hessen von der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände. Eine generelle Homeoffice-Pflicht und eine Testpflicht wäre eine Kampfansage an die deutsche Wirtschaft, was man nicht durchgehen lassen würde, denn dazu fehle die Rechtsgrundlage.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Sven Tewes am 08.04.2021 )

Sehr geehrte Damen und Herren, 

das Drama haben wir schon jetzt - versuchen sie einmal jetzt kurzfristig eine Antwort z.B. von den unteren Wasserbehörden zu bekommen , oder einen Antrag  in normaler Zeit bearbeiten zu lassen. Also wir bekommen es nicht wir haben es schon....

  (Geschrieben von Bertram Thyssen am 11.04.2021 )

Frau Schreiner kann nicht wissen, ob alle Unternehmen, so wie sie es könnten, Mitarbeiter im Homeoffice haben. Woher nimmt sie das? Mein Eindruck ist da völlig konträr.

Ich bitte um Auskunft, um welche Testpflicht es sich handelt: in Berlin müssen Unternehmer Mitarbeiter mit Kundenkontakt schon jetzt 2x pro Woche testen. Als Pflicht! Die privaten Tests dürfen dabei nicht angerechnet werden. 

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