Sorge um Jobs: KI bringt immer mehr Menschen ins Handwerk

Künstliche Intelligenz gilt zwar als große Chance für Wirtschaft und Gesellschaft, wird jedoch zunehmend auch als Bedrohung für viele Arbeitsplätze wahrgenommen. Diese allgemeine Jobunsicherheit und Unzufriedenheit im Büro könnte eine große Chance für das Handwerk darstellen. Laut einer aktuellen Studie denkt fast jeder zehnte Deutsche über einen Quereinstieg nach, bei den Jüngeren sogar 14 Prozent. Das Handwerk gewinnt damit an Attraktivität, als krisensichere Branche mit Zukunftsperspektive und realer Chance gegen den Fachkräftemangel.

Seit Jahren kämpft das Handwerk in Deutschland mit einem massiven Nachwuchsproblem. Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, Betriebe suchen händeringend nach qualifizierten Fachkräften. Nun scheint sich das Blatt leicht zu wenden. Der anhaltende Fachkräftemangel im Handwerk könnte eine überraschende Wendung nehmen, prognostiziert eine aktuelle Studie der Marktforschungsagentur Opinium im Auftrag der Handwerkerplattform MyHammer unter 2.000 Personen in Deutschland. Demnach denkt fast jeder zehnte Deutsche über einen Quereinstieg ins Handwerk nach, bei den 18- bis 34-Jährigen sind es sogar 14 Prozent. Frauen sind in handwerklichen Berufen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert, doch auch hier zeichnet sich ein positiver Trend ab: Fünf Prozent denken laut Studie über einen beruflichen Wechsel ins Handwerk nach. Dabei sind es besonders Berufen wie Elektriker, Installateur oder Schreiner, in denen wieder eine stabile Zukunftsperspektive gesehen wird. Gründe dafür sind wachsende Jobunsicherheit durch Künstliche Intelligenz und Unzufriedenheit in bisherigen Tätigkeiten. Das ist ein steigender Trend, der der Branche neue Hoffnung gibt.

KI im Fachkräftemangel befeuert den Wunsch nach beruflicher Sicherheit

Denn der Hauptgrund für die neue Attraktivität des Handwerks ist die wachsende Angst vor einem Arbeitsplatzverlust durch KI-Technologien. Während in vielen Bürojobs heute schon künstliche Intelligenz Routineaufgaben übernimmt, gelten handwerkliche Tätigkeiten als vergleichsweise krisensicher. Rund ein Drittel der Befragten befürchtet laut MyHammer, dass sich KI negativ auf ihre Karriere auswirken könnte – in Niedersachsen sogar 42 Prozent. Damit rückt das Handwerk wieder stärker in den Fokus als stabile, zukunftssichere Branche. „Wir predigen schon lange, dass eine Karriere im Handwerk eine hervorragende Wahl ist. Und das sowohl für junge Menschen als auch für jeden, der sich neu orientieren möchte“, erklärt Wolfgang Häse von MyHammer. „Flexible Arbeitszeiten, eine Ausbildung direkt am Arbeitsplatz und jede Menge Chancen, sich selbstständig zu machen, sind nur einige der Vorteile, die Handwerkerinnen und Handwerker genießen.“

Wandel in der Wahrnehmung, doch Quereinstieg noch vor dem großen Durchbruch

Trotz der positiven Signale bleibt der Fachkräftemangel ein akutes Problem. 82 Prozent der Deutschen sehen ihn laut Studie als große Herausforderung. Besonders in den technischen Gewerken fehlen weiterhin Nachwuchskräfte. „Unsere aktuelle Umfrage deutet darauf hin, dass wieder mehr Menschen das Handwerk als potenzielle Karriereoption in Betracht ziehen. Nichtsdestotrotz appellieren wir weiterhin an die Regierung, Schulen und Hochschulen, handwerkliche Berufe aktiv zu fördern, damit dieser Trend anhält“, so Häse. Der wachsende Zuspruch könnte der Branche folglich Auftrieb geben. Sollte der Trend anhalten, könnten handwerkliche Berufe künftig wieder als attraktive und sichere Alternative zu Büro- und Digitaljobs gelten. In Zeiten, in denen Automatisierung viele Branchen verändert, wird das Handwerk damit zum Symbol für Beständigkeit und vielleicht zum Gewinner des technologischen Wandels.

Profitiert das Handwerk wirklich so stark von der Sorge um Künstliche Intelligenz?

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