Sorge um Nachwuchs - Handwerk beklagt offene Lehrstellen

News | Frank Kessler | 03.09.2020
Sorge um Nachwuchs - Handwerk beklagt offene Lehrstellen
Foto: Roland Riethmüller

Kürzlich hat das neue Ausbildungsjahr begonnen. Doch die Situation im Handwerk ist alles andere als rosig: Auffällig ist neben der relativ hohen Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze die niedrige Zahl von Bewerberinnen. Der Anteil der Frauen an der Gesamtgruppe derjenigen, die sich auf eine Lehrstelle im Handwerk bewerben, liegt aktuell nur noch bei ungefähr 15 Prozent.

48 Prozent der Lehrstellen in Handwerksbetrieben waren auf dem Ausbildungsmarkt zuletzt noch unbesetzt. Das zeigt der Report “Ausbildungsradar Handwerk 2020” von homeweek, der Projektplattform rund ums Haus. Dabei gibt es bei Angebot und Nachfrage nach Ausbildungsplätzen im Handwerk sowohl regional als auch in Bezug auf die verschiedenen Gewerke große Unterschiede. Besonders niedrig ist die Zahl der gemeldeten handwerklichen Ausbildungsplätze pro Bewerber in Berlin. Hier kommen auf einen Bewerber 0,96 Lehrstellen. In allen anderen Bundesländern liegt die Zahl über 1. Besonders groß ist die Diskrepanz in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern mit 2,06 beziehungsweise 2,19 Ausbildungsstellen pro Bewerber.

Nachwuchs interessiert sich kaum noch für das Handwerk

Auch die hohen Zahlen der unbesetzten Ausbildungsstellen pro Bewerber zeigen: In Bayern und Mecklenburg-Vorpommern haben es Handwerksbetriebe aktuell besonders schwer, Nachwuchs zu finden. So gibt es in Bayern 2,98 unbesetzte Lehrstellen pro Bewerber. In Mecklenburg-Vorpommern sind es 2,52 Lehrstellen. Thüringen positioniert sich mit einem Verhältnis von 2,65:1 zwischen den beiden anderen Bundesländern. Schaut man allgemein auf den Anteil unbesetzter Ausbildungsplätzen, so dominiert Sachsen-Anhalt im Bundesländervergleich. Hier blieben laut Ausbildungsradar bisher 58 Prozent der Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt.

In einigen Gewerken sind Bewerberinnen besonders selten

Der geringe Anteil der Bewerberinnen im gesamten Handwerk (15,47 Prozent) verteilt sich nicht auf alle Gewerke gleichmäßig. So bewerben sich nur 1,3 Prozent aller Bewerberinnen auf einen Ausbildungsplatz zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Zwei Prozent zeigen Interesse für eine Ausbildung zur Elektronikerin im Bereich "Energie-/ Gebäudetechnik" und 3,5 Prozent möchten sich im Bereich Mechatronik ausbilden lassen. Ganz besonders niedrig ist aktuell das Interesse von Bewerberinnen an einer Ausbildung zur Maurerin. Hier liegt der Prozentsatz bei nur einem Prozent.

Technische Lehrstellen bei den männlichen Bewerbern besonders gefragt

Bei den männlichen Bewerbern ist das Elektro- und Metallgewerbe besonders beliebt. 65 Prozent der Bewerber interessieren sich für eine Lehrstelle in diesem Bereich. Am beliebtesten ist bei den jungen Männern die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker.

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