Stärkung des Arbeitsschutzes auf Baustellen

Jennifer Brandt | 23.11.2011
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Foto: Bernd Sterzl / pixelio.de

Um die Sicherheit auf deutschen Baustellen zu gewährleisten und zu erhöhen, haben sich die Verbände und Gewerkschaft der Bauwirtschaft auf eine weitere Stärkung des Arbeitsschutzes geeinigt. Um dies umsetzen zu können, ziehen die Sozialpartner verschiedene präventive Maßnahmen in Betracht. Wesentlicher Punkt ist in der tatsächlichen Durchführung, dass Unternehmen und Arbeitgeber an einem Strang ziehen.

Der Zentralverband des deutschen Baugewerbes (ZDB), der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) wollen sich dafür einsetzen, den Arbeitsschutz auf Baustellen in Deutschland zu stärken und damit zu verbessern. Man ist sich einig, dass das frühzeitiges Analysieren von Gefahrenursachen und die damit verbundene  Beseitigung dieser, die Grundlage bildet. Um alle am Bau beteiligten Parteien – Unternehmen wie Arbeitnehmer – für dieses Thema von Anfang an zu sensibilisieren, raten die Verbände und Gewerkschaft der Bauwirtschaft, zu einer Grundunterweisung aller Beschäftigten bereits zu Beginn der Bauarbeiten. Diese könnten darüber hinaus durch weitere Kurzunterweisungen ergänzt werden.

Neben den genannten Unterweisungen sollten aber auch kontinuierlich Verbesserungsmöglichkeiten erarbeitet und umgesetzt werden. Dies sollte durch den Einsatz von Sicherheits- und Gesundheitskoordinatoren erfolgen. In Verbindung mit diesen sollten  auch Sicherheits- und Gesundheitspläne konzipiert werden. Ein besonderes Augenmerk muss  zukünftig ebenso auf die nachhaltige Überprüfung der Baustellen selbst gehalten werden. Für bessere Kontrollen müssten dann entsprechend mehr Personal und Sachmittel durch die BG BAU aufgewendet werden. Darüber hinaus ist gleichzeitig inwieweit man Sanktionen bei möglichen Verstößen anwenden kann.

Über die bürokratischen Wege hinaus, sollte auch technisch und physisch an Präventionen gearbeitet werden. Dazu gehört unter anderem die Vorbeugung von Muskel- und Skeletterkrankungen. Diese könnte man bereits durch eine allgemeine Reduzierung des zulässigen Sackgewichtes erreichen. Dabei wäre es ratsam, die bisher gültige Grenze von 25 kg bei Normzementen auch auf andere Baustoffe wie Putz, Estrich oder Mörtel anzuwenden. Neben den gesundheitlichen Verbesserungen müssen aber auch die Maschinen mehr Sicherheit gewährleisten. Dazu beitragen würde die Nachrüstung der älteren Baumaschinen mit Rückfahrkameras. Durch solche sind die immer noch zahlreichen Unfälle durch Rückwärtsfahren deutlich zu minimieren. Ein Förderzuschuss von 400 Euro je Rückfahrsystem ist dabei durchaus empfehlenswert.

All diese Maßnahmen bilden eine wichtige Grundlage für jeden einzelnen Arbeitnehmer. Dennoch müssen auch diese für sich selbst verantwortlich stets dafür Sorge tragen, auf ihre Gesundheit zu achten. Sensibilisierung könnte man die Beschäftigten durch mögliche Angebote, welche durchaus noch ausbaufähig sind, oder durch gemeinsame Werbekampagnen der Verbände und der Gewerkschaft.

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