Statt Fahrverbote endlich Nachrüstsysteme für Diesel-PKW

News , 29.08.2019 , Frank Kessler Statt Fahrverbote endlich Nachrüstsysteme für Diesel-PKW
Foto: Roland Riethmüller

Einer wichtigen Forderung des Handwerks wurde nun entsprochen: In den vergangenen zwei Wochen wurden endlich Nachrüstsysteme für Diesel-PKW zugelassen, um Fahrverbote auszuschließen. Damit hat das Kraftfahrtbundesamtes quasi bestätigt, dass die Luftreinhalteproblematik allein mit einer rein technischen Lösung doch möglich sei und der Stickoxidausstoß diverser Diesel-Modelle damit tatsächlich gesenkt werden könne. In den nächsten Wochen wird mit weiteren Zulassungen gerechnet.

In den letzten Monaten wurde sehr kontrovers über die Luftreinhaltung in Großstädten und die Auswirkungen eines Fahrverbots für Diesel-PKW diskutiert. Besonders das Handwerk mit einer Vielzahl an älteren Fahrzeugen wäre durch diese Fahrverbote existenzbedroht gewesen. Doch Nachrüstsysteme für Diesel-PKW standen bis zuletzt nicht zur Verfügung. Die Alternative wäre alleine die Neuanschaffung gewesen.

Nachrüstsysteme für typische Handwerksfahrzeuge

Nun hat die Politik endlich reagiert. Die Forderung aus dem Handwerk nach Einführung von Nachrüstsystemen für typische Handwerksfahrzeuge wurde entsprochen und entsprechende Nachrüstsätze zugelassen. “Schon seit Jahren hat sich der ZDH intensiv dafür eingesetzt, Nachrüstung zu ermöglichen”, erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). “Die Zulassungen durch das Kraftfahrtbundesamt bestätigen die Auffassung des Handwerks, dass eine technische Lösung der Luftreinhalteproblematik möglich ist.” Denn mit den jetzt zugelassenen Nachrüstsystemen kann der Ausstoß der Stickoxide verschiedener Diesel-Fahrzeuge von Volkswagen und Daimler sowohl in PKW- als auch in Nutzfahrzeug-Bauarten nachhaltig reduziert werden. Nachrüstsysteme für weitere Marken werden in den nächsten Wochen erwartet.

Weitere Förderungen für Handwerkerfahrzeuge

Weiterhin betont Wollseifer, dass bereits viel Zeit verloren gegangen sei. Jetzt sollten schnell die restlichen Hürden beseitigt werden. Er fordert deshalb die Bundesregierung auf, das seit Januar formal bestehende Förderprogramm für Handwerkerfahrzeuge und Lieferfahrzeuge von 2,8 und 7,5 Tonnen weiterzuentwickeln. Das Handwerk dringt weiterhin darauf, die Absenkung der Höchstförderung wieder zurückzunehmen.

Rücknahme der verringerten Höchstfördersätze

Nur durch eine Rücknahme der verringerten Höchstfördersätze kann die von der EU möglich gemachte 80 Prozent Förderung auch genutzt werden. Eine freiwillige Nachrüstung wäre dadurch mit Sicherheit attraktiver. Sinnvoll wäre außerdem, das Programm auch für die vielen Nutzfahrzeuge unter 2,8 Tonnen und für die schweren LKWs über 7,5 Tonnen zu öffnen. Für die Nachrüstung gab es bisher keine Unterstützung. Positiv wurde gesehen, dass Daimler und VW Unterstützung für die Nachrüstung bieten wollen. Keinerlei Verständnis gibt es jedoch dafür, dass keine anderen in- und ausländischen Hersteller Unterstützungsangaben gemacht haben. Die Autokonzerne sind dazu angehalten, ihre Zusagen für die Unterstützung möglichst flexibel zu halten. Das gilt besonders für die ländlichen Handwerksbetriebe, die Kombis und Transporter nutzen. Auch sie sollten Gelegenheit bekommen, Nachrüstsysteme zu verwenden. Nur so können die Aufträge in den Städten mit Fahrverboten auch erledigt werden.