Statt neuem Tariflohn im Malerhandwerk gilt nun Mindestlohn

Statt neuem Tariflohn im Malerhandwerk gilt nun Mindestlohn
Foto: Roland Riethmüller

Im Malerhandwerk ist die Tarifverhandlung in diesem Jahr ohne Ergebnis verlaufen. Für die Gewerkschaftsmitglieder gilt damit vorerst der bisherige Tarif weiter. Alle Anderen und auch Neueinstellungen erhalten den gesetzlichen Mindestlohn. Auch der zuvor ausgehandelte Branchenmindestlohn wird erstmal nicht fortgesetzt. Ende Mai war der Tarifvertrag ausgelaufen. Es stellt sich daher die berechtigte Frage, wie man so neue Fachkräfte gewinnen will. Außerdem wirkt sich das auch auf den Sanierungsstau in Deutschland aus.

Im Maler- und Lackiererhandwerk ist auch die Schlichtung nach den gescheiterten Tarifverhandlungen ohne Ergebnis verlaufen. Es greift nun der gesetzliche Mindestlohn. „Das ist schon unglaublich, die rund 150.000 Beschäftigten im Maler- und Lackierhandwerk bei der jetzigen Wirtschaftslage so im Regen stehen zu lassen”, ärgert sich Carsten Burckhardt, Mitglied im Bundesvorstand der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und Verhandlungsführer auf Seiten der Arbeitnehmer. “Die Inflationsrate geht durch die Decke und die Energiepreise sind schon längst durchgestoßen und die Arbeitgeber*innen bieten gerade einmal eine Lohnerhöhung von 2,7 Prozent aufs Jahr gerechnet an, eine Frechheit.“

Keine Lohnerhöhung im Malerhandwerk, nur Sonderzahlung angeboten

Ende Mai war der Tarifvertrag ausgelaufen. Für die restlichen sieben Monate bis Ende des Jahres hatte der Bundesverband Farbe, Gestaltung, Bautenschutz (BV Farbe) eine Einmalzahlung von 500 Euro anstatt einer Lohnerhöhung angeboten. Zum Anfang des neuen Jahres wurde eine Erhöhung von zwei Prozent in Aussicht gestellt und für das Jahr 2024 nochmals ein Plus von zwei Prozent. Burckhardt erklärt, dass er mit diesem Reallohnverlust keinen Abschluss machen könne. Er betont weiter, dass das im Hinblick auf die Abschlüsse in anderen Branchen noch nicht einmal Lohndumping ist.

So kann der Fachkräftemangel nicht bekämpft werden

Laut Gewerkschaft können so auch keine neuen Fachkräfte für die Branche gewonnen werden. Zurzeit herrscht in Deutschland ein Sanierungsstau und unter diesen Umständen lässt er sich auch nicht abbauen. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlung gilt nun der alte Tarifvertrag weiter. Dieser gilt für alle Mitglieder der IG Bau, die in Betrieben arbeiten, die tarifgebunden sind. Für alle Neueinstellungen und alle anderen Beschäftigten gilt der gesetzliche Mindestlohn. Der Branchenmindestlohn wird ebenfalls nicht fortgesetzt. „Das ist besonders schlimm, denn jetzt werden die Arbeitnehmerüberlassungen wieder ihr Geschäft wittern“, so Burckhardt. Über das weitere Vorgehen nach der gescheiterten Tarifverhandlung werden sich die Bundesfachgruppe der IG Bau und der Bundesvorstand in den nächsten Wochen beraten.

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Was für ein Zufall…

Wenn der Gewerkschaft grundlegende Eigenschaften für ernst zu nehmende Tarifverhandlungen fehlen, ist der aktuelle Zustand kein Wunder. Ich spreche da von sowas wie Rückgrat. Jede andere Gewerkschaft würde spätestens jetzt mit Streik zumindest drohen, ihn vielleicht sogar durchziehen. Die IG Bau dagegen jammert lieber in der Öffentlichkeit rum… Alleine die Tatsache, dass man ohne konkrete prozentuale Forderung in die Verhandlung gegangen ist zeigt doch, wie ernst dieser „Gewerkschaft“ die Interessen derer die sie vertreten soll nimmt. Dass einem daraufhin der Arbeitgeberverband auf der Nase rum tanzt, ist letztendlich nur die logische Konsequenz!  

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