Steigende Attraktivität: Ausbildung am Bau reizt Abiturienten

Steigende Attraktivität Ausbildung am Bau reizt Abiturienten
Foto: Roland Riethmüller

Die Ausbildung am Bau ist hart und schmutzig. Darunter hat die letzten Jahrzehnte vor allem die Branchenattraktivität der Bauwirtschaft gelitten. Doch Besserung ist in Sicht: Neben den Azubis mit Hauptschulabschluss konnte die Baubranche in den letzten Jahren immer mehr Schulabgänger mit Abitur gewinnen. Dabei lässt sich feststellen, dass sich die Ausbildungsverhältnisse der Hauptschüler auf fast gleichem Niveau bewegen. Die Wachstumsraten sind also fast ausschließlich auf die zusätzlichen Abiturienten zurückzuführen.

Die Baubranche galt lange Zeit als Arbeitgeber für Schulabgänger mit Hauptschulabschluss. Jedoch haben sich in den letzten Jahren zwei Trends abgezeichnet, die das Bild verändern. Zum einen nimmt die Gesamtzahl der Schulabgänger seit rund zwanzig Jahren ab. Zum anderen steigt kontinuierlich der Anteil der Absolventen mit allgemeiner Hochschulreife. Diese Entwicklung lässt sich auch auf die Baubranche übertragen. Laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist im Zeitraum der Jahre von 2008 bis 2021 der Anteil der Bauazubis ohne Hochschulabschluss in den Hochbauberufen von 8,5 auf 6,4 Prozent gesunken. Noch deutlicher ist der Rückgang bei den Azubis mit Hauptschulabschluss, deren Anteil von über 65 auf 47,5 Prozent gesunken ist. Hingegen konnte der Anteil der Azubis mit Realschulabschluss von ca. 20 auf etwa 32 Prozent gesteigert werden. Der Anteil der Azubis mit (Fach-)Hochschulreife hat sich sogar vervierfacht, von rund 3 auf 12 Prozent. Auch in den Tiefbauberufen zeigt sich ein ähnliches Bild, wenn auch mit leicht unterschiedlichen Zahlen.

Gleichbleibende Anzahl an Azubis mit Hauptschulabschluss

Besonders interessant ist die Betrachtung absoluter Veränderungen. So ist der Anstieg der Ausbildungsverhältnisse in den Hochbauberufen nahezu vollständig auf die steigende Zahl von Azubis mit Realschulabschluss oder (Fach-)Hochschulreife zurückzuführen. Die Zahl der Azubis ohne bzw. mit Hauptschulabschluss ist hingegen weitgehend konstant geblieben. Dies sind erfreuliche Entwicklungen für die Bauwirtschaft. Es ist gelungen, sogar Schüler mit Abitur für eine gewerbliche Bauausbildung zu gewinnen, während der Anteil der Azubis mit Hauptschulabschluss trotz des rückläufigen Trends bei den Schulabgängern mit Hauptschulabschluss konstant gehalten werden konnte. Im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen zeigt sich, dass der Anteil der Bauazubis mit Hauptschulabschluss immer noch über dem Durchschnitt liegt. Jedoch konnte der Anteil der Azubis mit Realschulabschluss oder (Fach-)Hochschulreife in den Bauberufen überdurchschnittlich stark gesteigert werden. Dies ist eine positive Entwicklung für die Nachwuchsgewinnung in der Baubranche.

Steigende Attraktivität der Bauausbildung

Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Bild der Bauausbildung wandelt. Immer mehr Abiturienten entscheiden sich für eine Ausbildung im Baubereich, während der Anteil der Schulabgänger mit Hauptschulabschluss sinkt. Dies ist ein Indiz dafür, dass die Bauwirtschaft auch bei Jugendlichen mit höherem Bildungsabschluss an Attraktivität gewinnt. Die Baubranche sollte diese positive Entwicklung nutzen und verstärkt auf die Potenziale und Karrieremöglichkeiten hinweisen, um weitere motivierte und gut ausgebildete Jugendliche für den Bau zu begeistern.

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