Steigende Aufstiegsfortbildung in der Bauwirtschaft

News , 30.03.2017 , Frank Kessler Bild zu: Steigende Aufstiegsfortbildung in der Bauwirtschaft
Foto: Roland Riethmüller

Der Bedarf an qualifiziertem Fach- und Führungspersonal ist weiterhin ein wichtiges Thema in der Bauwirtschaft. Die Aufstiegsfortbildung ermöglicht Menschen jeder Alters- und Qualifikationsklasse verschiedene Karrieremöglichkeiten. Hierbei werden nicht nur junge Menschen gefördert, sondern auch gezielt Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung. Im Falle einer Eignung können sich diese weiterbilden, selbst wenn ihnen eine abgeschlossene Berufsausbildung fehlt.

Im Jahr 2012 wurde durch die Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes) das Aufstiegsfortbildungssystem modernisiert. Nun zeigt sich, dass sich das Projekt bewährt. Die Bilanz ergab, dass die Teilnehmerzahlen der angebotenen Prüfungen immer noch ansteigen. Die Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft weisen während der Vorstellung ihrer Jahresbilanz für das Jahr 2015 auf den positiven Effekt des Projektes hin.

Viele Teilnehmer für verschiedene Stufen

In der Aufstiegsfortbildung existieren verschiedene Stufen. Die Erste ist die Fortbildung zum Vorarbeiter. 2015 waren es insgesamt 1.101 Teilnehmer, die diese Prüfung abgelegt haben. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 1.091 Teilnehmern. Ebenso ist in der zweiten Stufe zum Werkpolier ein Anstieg zu verzeichnen. Die Anzahl der Teilnehmer stieg von 727 auf 788 an. In beiden Bereichen werden von den Prüflingen die Spezialisierungen im Bereich "Hochbau und Bauen im Bestand" und im Bereich "Tiefbau (Erd-, Straßen- und Kanalbau)" bevorzugt. Sie bieten den Vorteil, dass sie breit aufgestellt sind und umfassendes Wissen vermitteln.

Die Ausbildung ist zur Fortbildung nicht zwingend notwendig

79 Prozent der Absolventen verfügen über eine bauwirtschaftliche Berufsausbildung. Mit 15 Prozent sind die Absolventen anderer anerkannter Ausbildungsberufe ebenfalls gut vertreten. Allerdings bietet die Bauwirtschaft Mitarbeitern mit langjähriger Erfahrung ebenfalls die Möglichkeit, sich fortzubilden und an den entsprechenden Prüfungen teilzunehmen. Diese neuen Perspektiven nutzen insgesamt 108 Teilnehmer, die sich für eine Fortbildung entschieden und ihr Können unter Beweis gestellt haben. Gerade der Fachkräfteengpass macht es notwendig, dass Personen mit einem höheren Alter, aber entsprechender Erfahrung eine offizielle Qualifikation erlangen können. Der Erfolg dieses Konzepts spiegelt sich im Alter der Prüfungsteilnehmer wider. Der Älteste war 58 Jahre alt und der Jüngste gerade einmal 20. Die Tarifvertragsparteien setzen es sich auch weiterhin zum Ziel, dass die Aufstiegsfortbildung in der Bauwirtschaft von allen Mitarbeitern, egal wie alt sie sind oder welchen Ausbildungsstand sie haben, genutzt werden kann.