Steigende Baugenehmigungen: Aufschwung durch neue Fördermittel

Steigende Baugenehmigungen: Aufschwung durch neue Fördermittel
Foto: Roland Riethmüller

Nachdem im Januar der umstrittene Förderstopp für energetische Sanierungen in Kraft getreten war, werden knapp einen Monat später wieder Neuanträge entgegengenommen. Durch die Bereitstellung neuer Fördermittel können wieder Förderungen ausgezahlt werden. Das begünstigt auch die Baugenehmigungen und Umsätze der Betriebe. Denn die Unternehmen erhalten neue Aufträge und eine höhere Planungssicherheit, wenn wieder Geld vom Staat fließt.

Wegen des ausgeschöpften Kontingents wurde am 24. Januar 2022 ein Förderstopp für KfW-Mittel beschlossen. Dieser wurde nun wieder aufgehoben, weil der Bundestag rund 9,5 Milliarden Euro bereitgestellt hat. Für die Hausbesitzer bedeutet dies auch wieder, dass sie einen KfW-Kredit 262 einreichen können, wenn sie ihr Haus energetisch sanieren wollen. „Wir begrüßen die Entscheidung, die KfW-Sanierungsförderung vorerst wieder aufzunehmen“, so Rainer von Borstel, Hauptgeschäftsführer des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen. „Trotzdem müssen jetzt die Weichen für einen Neustart der Förderlandschaft gestellt werden.“ Denn ab dem Jahr 2023 ist eine neue Gebäudeförderung geplant, weshalb schnelle und realistische Lösungen geschaffen werden müssen.

Fördermittel helfen, die energetische Sanierung zu steigern

Das größte CO2-Einsparpotential im Gebäudebestand bietet nach wie vor die energetische Sanierung. Das gilt besonders für den Ersatzbau von Gebäuden aus der Zeit vor dem Jahr 1975. Denn nur zehn Prozent des Gebäudebestands in Deutschland entfällt auf die Zeit nach dem Jahr 1990. Um also den Energiebedarf zu senken, muss die Gebäudehülle veralteter Gebäude verbessert werden. Im nächsten Schritt wird eine effizientere Anlagentechnik gebraucht. Erst diese Kombination führt zu einem wirtschaftlichen Optimum. Die neuen Förderungen sollten auch die sozialen Aspekte nicht außer Acht lassen. Alle Forderungen bringen nichts, wenn sich viele Gesellschaftsschichten keine Sanierungen oder Neubauten leisten können.

Baugenehmigungen und Förderungen sind ein gutes Signal

Die steigenden Baugenehmigungen sind zwar positiv zu werten, doch erst die Förderungen bestimmen, ob auch tatsächlich gebaut wird. In Baden-Württemberg ist die Nachfrage nach Neubauwohnungen sehr groß. Im Vergleich zum Vormonat gab es im vergangenen Dezember 18 Prozent mehr Neubauwohnungen. Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, wertet die gestiegene Nachfrage als ein gutes Signal: „Es zeigt, dass der Baubedarf in unserem Land riesig ist und dass die Menschen durch die Investition in Immobilien trotz hoher Baukosten noch immer Vertrauen in die Zukunft haben“. So habe klimagerechtes Bauen und auch energetische Sanierung durchaus seinen Preis. Die Bauwilligen seien deshalb auf die Fördermittel angewiesen. Möller betont, dass Baugenehmigungen und Fördermittel noch lange nicht bedeuten, dass auch wirklich mehr gebaut werden würde. Denn sollten die Anreize dafür wegfallen, würde so manches Bauvorhaben nicht mehr realisiert werden. „Die Politik hat für die Betriebe wieder mehr Planungssicherheit hergestellt“, urteilt auch Dirk Neumann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Halle. Durch die Fördermittel gebe es in Zukunft wieder Geld vom Staat, wenn energieeffizient saniert werden soll.

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