Steigende Baumaterialpreise - Handwerk begrüßt Willen der Politik

News | Frank Kessler | 20.05.2021

Die Preis- und Beschaffungsprobleme sind von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zur Chefsache erklärt worden. Während der Pandemie haben sich die Bau- und Ausbauhandwerke als wertvolle Stütze der Konjunktur erwiesen. Doch die aktuelle Situation beim Baumaterial könnte sich für die Konjunktur massiv negativ auswirken. Es kann nicht sein, dass bei guter Auftragslage die Betriebe wegen der gestiegenen Baumaterialpreise Kurzarbeit anmelden müssten.

"Die Politik ist aufgefordert, alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente so rasch es geht einzusetzen, um den Verwerfungen auf dem Markt für Baumaterialien entgegenzuwirken und diese in den Griff zu bekommen”, erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). “Gerade in der gegenwärtig äußerst fragilen konjunkturellen Phase, in der alle wirtschaftlichen Kräfte für eine Wiederbelebung und den Neustart gebraucht werden, müssen derart zusätzlich belastende Faktoren aus dem Weg geräumt werden." Es sei daher angemessen, dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier die Preis- und Beschaffungsprobleme zur Chefsache erklärt hat, betont er weiter.

Das Bau- und Ausbauhandwerk ist eine Stütze für die Konjunktur

Besonders die Bau- und Ausbauhandwerke haben sich in der Corona-Krise einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der Konjunktur geleistet. Diese positive Entwicklung droht jedoch wegen der Situation auf dem Baumaterialmarkt einzubrechen. Die Folge wären massive Beeinträchtigungen der Konjunktur und das nicht nur für das Handwerk. Es kann nicht sein, dass die Handwerksbetriebe trotz gefüllter Auftragsbücher plötzlich in Kurzarbeit gehen müssten, weil die Baumaterialien nicht beschafft werden können oder deren Preise massiv gestiegen sind. Das betrifft ebenfalls die industriellen Zulieferer, die sich gerade wieder erholen. Den öffentlichen Auftraggebern haben eine zentrale Vorbildfunktion. Sogenannte Preisgleitklauseln müssen in Zukunft zum Standard werden. Außerdem ist es unsinnig, dass einem Handwerksbetrieb hohe Strafen auferlegt werden, wenn er einen Vertrag nicht fristgemäß erfüllen kann. Darüber hinaus müssten die Regeln zur Stundung und Kurzarbeitergeld verlängert werden.

Fehlendes Baumaterial ist kein reines deutsches Problem

Die hohen Baumaterialpreise und die Knappheit von Baumaterial sind kein rein deutsches Problem, sondern betrifft die ganze Europäische Union. Schon aus diesem Grund muss Bundeswirtschaftsminister Altmaier rasch handeln. Alle zukünftigen Bauvorhaben sind durch die gestiegenen Baumaterialpreise und von den Lieferengpässen betroffen. Das macht sich besonders bei Stahl, Holz und Dämmstoffe bemerkbar. Holz ist um bis zu 20 Prozent teurer geworden. Betonstahl hat sogar eine Preissteigerung von bis zu 30 Prozent. Die Folgen sind Lieferengpässe und Baustopps auf den Baustellen. Laut Felix Pakleppa, dem Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), ist im Wesentlichen die Corona-Pandemie Schuld an dieser dramatischen Entwicklung.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Sascha Sigloch am 22.05.2021 )

Die genannten Preissteigerungen stimmen auf keinen Fall .

seit Januar ist der Preis für KVH Holz und BSH Holz um 100 Prozent gestiegen . Der Preis für Dachlatten sogar um 300 Prozent ... wie kommt auf 20 Prozent ?? Da wurde noch keiner jammern , was auf dem Holzmarkt abgeht ist mir unter dem Begriff Wucher geläufig.

Sigloch Holzbau GmbH 

  (Geschrieben von Carsten Schulz am 23.05.2021 )

Danke an Fa. SIGLOCH. 

Die Preissteigerungen sind definitiv alle wesentlich höher!

Beim Betonstahl liegt die Preissteigerung seit Nov 20 bis heute bei mittlerweile 60 % und beim Thema styrolgebundener Dämmung hat sich der Preis seit März 21 mittlerweile verdoppelt ..also 100 % !!

  (Geschrieben von Ralf Armolds, … am 23.05.2021 )

Die Holzpreise für das Dachdeckerhandwerk sind leider über 300 Prozent angestiegen. Hier lag der Preis bei 0,41 Euro/m in 12/2021, aktuell liegen die Preise bei 1,30 Euro/m Dachlatte. Aktuell sind die Händler zum Teil  leer gekauft. 

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