Steigende Baumaterialpreise - jetzt auch Asphalt betroffen

News | Frank Kessler | 23.06.2022
Steigende Baumaterialpreise - jetzt auch Asphalt betroffen
Foto: Roland Riethmüller

Die Baumaterialpreise kommen nicht zur Ruhe und ein Ende ist nicht in Sicht. Mittlerweile sind auch die Straßenbauer davon betroffen. Denn nach der Preiserhöhung von Diesel, Energie und Stahl verteuert sich nun auch der Asphalt. Es ist davon auszugehen, dass dadurch die Preise von Straßenbauprojekten in der nächsten Zeit ebenfalls steigen werden. Diese starken Preiserhöhungen machen den Bauunternehmen schwer zu schaffen.

Der Preisanstieg für Baumaterial setzt sich weiter fort. Ein Ende ist bisher nicht in Sicht. Fast 27 Prozent mehr müssen unsere Straßenbauunternehmen für Asphalt im Vergleich zum Vorjahresmonat bezahlen. Grund ist der Preissprung von über 60 Prozent bei Bitumen, das als Bindemittel für Asphalt dient, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Thomas Möller. Weiter betont er, dass damit gerechnet werden müsse, dass sich viele Straßenbauprojekte in den nächsten Monaten deutlich verteuern werden. Denn die Betriebe können diese zusätzlichen Kosten nicht mehr alleine tragen. Besonders bei den Bauvorhaben mit öffentlichen Auftraggebern werde zu einer Stoffpreisgleitklausel geraten. Beide Partner hätten dann die Mehrkosten zu tragen. Bereits bestehende Verträge sollten mit eingeschlossen werden. Niemandem sei damit geholfen, wenn die Bauunternehmen finanziell in eine Schieflage geraten und Bauprojekte dadurch gefährdet werden würden.

Nicht immer ist eine Weitergabe der Kosten für die Baumaterialpreise realisierbar

23 Prozent der Tiefbaubetriebe in Deutschland gaben an, dass wegen langfristiger Verträge oder mangelnder Akzeptanz der Kunden eine Weitergabe der gestiegenen Kosten nicht immer zu realisieren sei. Private Auftraggeber haben für diese Schritte eher Verständnis. Die öffentliche Hand hingegen lehnt dies allerdings ab. Die Preise für gewerbliche Produkte lagen im Mai 2022 mit 33,6 Prozent über dem Niveau aus dem Jahr 2021 und die Bauunternehmen müssen nun auch 26,7 Prozent mehr für den Asphalt bezahlen. Problematisch ist auch, dass man bei Projekten, die bereits vor Jahren begonnen haben, nicht mit solchen steigenden Baumaterialpreise gerechnet habe. Bei Verträgen mit Festpreisen müssen die Unternehmen alleine diese Mehrkosten tragen. Davon betroffen ist jedes vierte Tiefbauunternehmen. Es wird dringend eine faire Regelung gebraucht, damit die hohen Preise nicht einseitig gezahlt werden müssen. Es kann nicht sein, dass die Bauunternehmen diese Last alleine tragen müssen, wie das bisher der Fall war.

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