Steigende Heizkosten erfordern mehr Gebäudesanierung

News , 04.10.2019 , Frank Kessler Steigende Heizkosten erfordern mehr Gebäudesanierung
Foto: Roland Riethmüller

Im vergangenen Jahr ist der Verbrauch an Heizkosten erneut gestiegen. Das ergab eine aktuelle Studie. Besonders interessant sich die Unterschiede zwischen Ost und West. Die erstmaligen Untersuchungen zum Verbrauch zeigen aber auch, dass die Politik die Gebäudesanierung weiter fördern müsse. Denn seit dem Jahr 2015 ist der Raumwärmebedarf ständig angestiegen. Dabei beeinflusst die Rate der Gebäudesanierung den Klimaschutz besonders nachhaltig.

"Der seit 2015 steigende Verbrauch ist ein alarmierendes Signal - vor allem für den Klimaschutz", resümiert Studienautorin PujaSinghal aufgrund ihrer neuen Studie “Wärmemonitor 2018” vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Berechnungen haben ergeben, dass der Heizenergiebedarf pro Quadratmeter seit dem Jahr 2015 um rund sechs Prozent gestiegen ist. Damit hat er sogar das Niveau aus dem Jahr 2010 überschritten. Fest steht auch, dass im Westen mehr geheizt wird als im Osten der Republik. Pro Quadratmeter lag der Energiebedarf im Westen um sieben Prozent höher als in den neuen Bundesländern. Die Unterschiede zwischen den beiden Landesteilen hat sich damit weiter vergrößert. In Schleswig-Holstein war der Verbrauch am höchsten. Rostock konnte den niedrigsten Verbrauch verbuchen. Geht man nach den Bundesländern, so wird in Schleswig-Holstein am meisten verbraucht. Dagegen kann Mecklenburg-Vorpommern die niedrigsten Heizkosten für sich verbuchen.

Höhere energetische Gebäudesanierung im Osten

Dass im Osten weniger Heizkosten verbraucht werden, hat seinen Grund. In den Jahren nach der Wende wurden sehr viele Mehrfamilienhäuser im Osten energetisch saniert. Zwischen den Jahren 1992 und 2000 lag demnach der Anteil der jährlich sanierten Gebäudehüllen in Ostdeutschland zwischen ein und vier Prozent. Im Westen dagegen ist er seit dem Jahr 1992 von nur 0,3 Prozent auf knapp ein Prozent gestiegen. "Um den Energiebedarf bei Wohngebäuden im Durchschnitt signifikant zu reduzieren, müsste die jährliche Rate deutlich über ein Prozent liegen”, fordert Co-Studienautor Jan Stede und erinnert an die deutlich höhere Rate in Ostdeutschland in den neunziger Jahren. “Die politischen Bemühungen und steuerlichen Anreize der vergangenen Jahre reichen offensichtlich nicht aus, um sie über diese Schwelle zu hieven.”

Rasant ansteigende Ölpreise

In den vergangenen Jahren waren die Preise für Gas und Öl stetig gefallen. Seit dem Jahr 2018 stagnieren allerdings die Heizenergiekosten. Heizöl war zwar teurer geworden, dafür mussten die Haushalte weniger für Gas ausgeben. Doch die Ölpreise werden weiter ansteigen. Das könnte sich jedoch auch positiv auf das Heizverhalten auswirken. Wenn die Haushalte weniger heizen, dann tun sie mehr für den Klimaschutz als mit allen sonstigen Maßnahmen. Das Heizen ist mitverantwortlich für den Treibhauseffekt. Deshalb ist es so wichtig, dass der Raumwärmebedarf reduziert wird. Das ist auch mit einer entsprechenden Gebäudesanierung zu erreichen. Hier ist aber auch die Politik gefragt.