Steigender Trend zu Entsendungen im Baugewerbe

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Foto: Roland Riethmüller

Die Zahl der Entsendungen in der Baubranche ist im Jahr 2017 erneut angestiegen. Bereits seit 2009 ist ein kontinuierlicher Zuwachs zu verzeichnen. Neben der Entsendung nahm im vergangenen Jahr auch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im Baugewerbe zu und lag signifikant höher als der Anstieg bei inländischen Arbeitnehmern. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse, die auch die Herkunftsländer der Entsendungen auswertete.

Eine aktuelle Analyse der Entsendungen im Baugewerbe ergab interessante Erkenntnisse. Dabei erfassten die Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-Bau) die von ausländischen Baubetrieben nach Deutschland entsandten Mitarbeiter, die auf Baustellen einer offiziell gemeldeten und regulären Arbeit nachgingen. Ihre Zahl stieg im Jahr 2017 ebenso wie bereits im Vorjahr um etwa 5 Prozent – in totalen Zahlen entspricht das einem Wachstum von 81.000 auf 85.000 Entsendungen. Seit dem Jahr 2009 haben sich diese damit verdoppelt und weisen einen kontinuierlichen, gleichmäßigen Zuwachs auf. Aufgrund der guten Baukonjunktur nahm gleichzeitig die Nachfrage an inländischen Arbeitskräften zu, lag allerdings mit 3,7 Prozent zusätzlichen Neueinstellungen fast ein Drittel unter dem Anstieg der Entsendungen.

Arbeitsstunden nehmen überdurchschnittlich zu

Die Beobachtung der Entsendungen allein ist nur eingeschränkt aussagekräftig, da diese keine Differenzierung zwischen kurzzeitigen und langfristigen Einsätzen erlaubt. Aus diesem Grund erfasste die SOKA-Bau zusätzlich die Menge der geleisteten Arbeitsstunden, die auf Entsendungen entfallen. Aus beiden Angaben lassen sich Rückschlüsse auf die durchschnittliche Dauer einer Tätigkeit und den realen Anteil an der Produktivität des vergangenen Jahres ableiten. Demnach ergab die Auswertung, dass die durch Entsendung geleisteten Arbeitsstunden um 7 Prozent anstiegen. Bei inländischen Arbeitnehmern betrug die Zunahme dem Vorjahr gegenüber hingegen nur 2,7 Prozent. Insgesamt entfiel auf Entsendungen jedoch mit 47 Millionen Stunden gegenüber 837 Millionen Stunden nach wie vor nur ein kleiner Anteil der Produktion. Mit 27 Prozent erfolgte mehr als ein Viertel der Entsendung aus Polen. Auf dem zweiten und dritten Platz lagen Rumänien mit 14 Prozent und Österreich mit 11 Prozent, die somit gemeinsam ein weiteres Viertel der ausländischen Arbeitnehmer stellten.

SOKA-Bau sieht neue Herausforderungen

Für die SOKA-Bau bedeutet die permanente Zunahme bei der Entsendung einen wachsenden Arbeitsaufwand, um dauerhaft einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Zu ihren Aufgaben gehört die engmaschige Kontrolle der in Deutschland tätigen Unternehmen, um die Umsetzung gesetzlicher Standards und Regulierungen wie Tarifverträgen, Urlaubsansprüchen und dem Mindestlohn durchzusetzen. Für eine effiziente Überwachung strebt die SOKA-Bau einen Ausbau der transnationalen Kooperation zwischen den Staaten der EU an, um den Austausch von Informationen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Dafür beteiligen sich die Sozialkassen beispielsweise seit dem Jahr 2016 in dem von der Europäischen Kommission entwickelten und finanzierten „EU Post-Lab-Projekt“. Zu dessen Zielen gehört unter anderem, durch eine höhere Transparenz bei der Datenerfassung und eine verbesserte Kommunikation einen potenziellen Missbrauch der Entsendung zu bekämpfen.

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