Steueranreize im Wohnungsbau: Milliarden für neue Aufträge

Foto: seventyfourimages / envatoelements

Steuerliche Förderinstrumente für den Wohnungsbau könnten der Bauwirtschaft neuen Schwung verleihen und den dringend benötigten Neubau ankurbeln. Eine aktuelle Studie zeigt, dass gezielte Steueranreize Milliardeninvestitionen auslösen, zusätzliche Wohneinheiten schaffen und erhebliche Beschäftigungseffekte im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe erzeugen können. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe eröffnen sich damit konkrete Chancen auf mehr Projekte, bessere Auslastung und langfristige Planungssicherheit bei zugleich stabilisierender Wirkung auf Konjunktur und Immobilienmarkt.

Steuerliche Anreize für den Wohnungsbau könnten sich nach Einschätzung von Branchenexperten zu einem der stärksten Konjunkturimpulse für die Bauwirtschaft entwickeln. Eine aktuelle Studie der Prognos AG im Auftrag der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RTG) kommt zu dem Ergebnis, dass gezielte steuerliche Förderinstrumente Milliardeninvestitionen auslösen, zusätzliche Arbeitsplätze sichern und gleichzeitig die öffentlichen Haushalte kaum belasten. Angesichts schwacher Neubauzahlen, hoher Finanzierungskosten und eines weiterhin angespannten Wohnungsmarkts rückt damit ein politisches Instrument in den Fokus, das sowohl Bauunternehmen als auch Handwerksbetrieben neue Perspektiven eröffnen könnte. Dabei wurden mehrere steuerliche Modelle zur Förderung selbstgenutzten Wohneigentums untersucht, darunter Steuerermäßigungen beim Neubau oder Erwerb, Zinsförderungen sowie Sonderabschreibungen für energieeffiziente Neubauten. Die Analyse zeigt deutlich, dass steuerliche Entlastungen unmittelbare Investitionsentscheidungen beeinflussen können. Laut Studie gilt: „Je nach Ausgestaltung lösen die Instrumente jährlich zusätzliche Investitionen zwischen rund 6 und 40 Milliarden Euro aus.“ Damit verbunden seien Produktionsimpulse von bis zu 76 Milliarden Euro jährlich sowie erhebliche Beschäftigungseffekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau.

Milliardenimpulse für Bauunternehmen und Handwerk

Für die Baupraxis bedeuten zusätzliche Investitionen vorwiegend Planungssicherheit und eine stabilere Auftragslage. Besonders im Wohnungsbau könnten steuerliche Fördermodelle kurzfristig neue Projekte anstoßen und damit Kapazitäten im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe besser auslasten. Das Ergebnis der Studie: „Bis zu 240.000 zusätzliche Wohneinheiten können geschaffen werden, bis zu 720.000 Haushalte erhalten zusätzlich Zugang zu Wohneigentum.“ Dadurch würden gerade mittelständische Bauunternehmen und Handwerksbetriebe von einer steigenden Nachfrage nach Neubauten, energetischen Standards und Modernisierungsleistungen profitieren. Neben klassischen Rohbauleistungen entstehen zusätzliche Aufträge für Fensterbauer, Fassadenspezialisten, Ausbauhandwerke, sowie für energieeffiziente Gebäudetechnik. Gleichzeitig könnten Investitionsanreize helfen, Fachkräfte langfristig im Markt zu halten, da kontinuierliche Bauaktivität saisonale Schwankungen reduziert.

Staat profitiert langfristig von Bauinvestitionen

Bemerkenswert ist laut Gutachten die fiskalische Wirkung der vorgeschlagenen Maßnahmen. Zwar entstehen zunächst Steuermindereinnahmen, diese werden jedoch durch zusätzliche wirtschaftliche Aktivität weitgehend kompensiert. Einnahmen aus Einkommensteuer, Mehrwertsteuer und Unternehmensbesteuerung sowie sinkende Sozialausgaben führen teilweise sogar zu positiven Haushaltseffekten. Besonders effizient zeigt sich der Sonderausgabenabzug für energieeffiziente Neubauten, bei dem staatlichen Kosten deutlich höhere Einnahmen gegenüberstehen. Damit rückt der Wohnungsbau erneut als wirtschaftspolitischer Stabilitätsfaktor in den Mittelpunkt.

Verlässliche Rahmenbedingungen als Schlüssel für den Wohnungsbau

Die Autoren verweisen jedoch auch auf eine zentrale Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg: „Die Studie betont zugleich: Entscheidend für den Erfolg steuerlicher Förderinstrumente sind verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen.“ Für die Bauwirtschaft bedeutet das hauptsächlich politische Kontinuität, planbare Förderstrukturen und eine enge Abstimmung mit energie- und baurechtlichen Vorgaben. Sollten entsprechende steuerliche Instrumente umgesetzt werden, könnte der Wohnungsbau nicht nur zur Entspannung des Immobilienmarkts beitragen, sondern sich erneut als Wachstumsmotor für Bauunternehmen, Handwerk und industrielle Zulieferer etablieren.

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Die Frage: Wer zerstört die Wohnimmobilienwirtschaft kann nicht allein an die Politik gerichtet sein.

Eine Wohnung ist ein Produkt wie jedes andere hergestellte Erzeugnis aber mit der wichtigen Eigenschaft, ein Produkt für die Daseinsvorsorge zu sein.

Ein wesentliches Prinzip in der Wirtschaft ist die Ausgewogenheit von Angebot und Nachfrage.
Wenn ein Produkt nicht mehr nachgefragt wird, bspw. wegen der Kosten, gibt es die Möglichkeit der Anpassung der Eigenschaften des Produktes an die Nachfrager durch den Hersteller bzw. die Firma, das nennt man dann Fortschritt, oder die Einstellung der Produktion dieses Produktes bzw. die Schließung der gesamten Firma.

Dabei geht es nicht darum, alles Alte über Bord zu werfen. Aber wer das Bewährte mit dem Vorausschauenden verbindet, muss nicht immer nur reagieren. Der kann den Wandel auch selbst mit gestalten.

Die Bauwirtschaft ist keine heilige Kuh, an deren Prozesse nicht gezweifelt werden darf.

Subventionen aus Steuergeldern

Subventionen sind die Belohnung für das Versagen
(Dr. Markus Krall)

Es kann keine zukunftsfähige Lösung sein, wenn beim Wohnungsneubau mit Subventionen, auch geförderter Wohnungsbau genannt, die sogenannte Sozialbindung nach 15 Jahren wegfällt und diese Wohnungen dann zu „Marktmieten“ angeboten werden können.
Vermutlich müssen dann sehr viele Mieter aus finanziellen Gründen ihre Wohnung, sowie ihre damit verbundenen und seit langem bestehenden sozialen Beziehungen, aufgeben.

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