Die Bauwirtschaft fordert einen radikalen Bürokratieabbau, um Bauprojekte schneller umzusetzen und dringend benötigte Investitionen in Wohnungsbau, Straßenbau und Infrastruktur zu ermöglichen. Dabei sieht sie primär langwierige Genehmigungen, komplizierte Verwaltungsverfahren und fehlende Planungssicherheit als zentrale Wachstumsbremsen. Als Vorbild gilt das sogenannte Hamburger Modell, das ähnlich wie der Gebäudetyp E durch vereinfachte Abläufe und weniger Bürokratie bereits erfolgreich Bauprozesse beschleunigt hat.
Der Ruf nach weniger Bürokratie in der Bauwirtschaft wird lauter. Angesichts stockender Bauprojekte, maroder Infrastruktur und langwieriger Genehmigungsverfahren fordert der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM) ein grundsätzliches Umdenken. Nach Ansicht des Verbandes reicht es nicht aus, allein auf politische Entscheidungen zu warten. Vielmehr müssten Behörden, Planer, Architekten und Bauunternehmen gemeinsam bestehende Abläufe hinterfragen und unnötige Hürden abbauen, um Bauprojekte schneller und effizienter umzusetzen. Dabei sieht VDBUM-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dieter Schnittjer die Bauwirtschaft an einem entscheidenden Punkt. Während Teile der Branche weiterhin stabil arbeiten, seien insbesondere im Hochbau tiefgreifende Reformen notwendig. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Genehmigungen, Verwaltungsprozesse und Abstimmungen beschleunigt werden können. Schnittjer macht deutlich, dass die Herausforderungen nicht allein durch neue Gesetze gelöst werden können. Entscheidend sei vielmehr die Bereitschaft aller Beteiligten, gewohnte Strukturen kritisch zu überprüfen und neue Wege zu gehen.
Bauprojekte beschleunigen – Hamburger Modell als Vorbild
Als Beispiel für einen erfolgreichen Bürokratieabbau verweist der VDBUM auf das sogenannte Hamburger Modell. Dort wurden zahlreiche Verwaltungsabläufe gemeinsam von Behörden, Planern und Unternehmen überprüft und vereinfacht. Ziel war es, unnötige Prozesse zu identifizieren und abzuschaffen. Schnittjer sieht darin ein Vorbild für die gesamte Bauwirtschaft. „Die Erfolgsformel des ‚Hamburger Modells‘ ist simpel, aber radikal: Alle am Bauprozess Beteiligten haben sich in vielschichtigen Arbeitsgruppen an einen Tisch gesetzt“, erklärt Schnittjer. „Hunderte von fragwürdigen Verwaltungsabläufen wurden gesichtet, geprüft und gemeinschaftlich abgeschafft.“ Das Ergebnis sei eine deutliche Entlastung der Beteiligten und eine schnellere Umsetzung von Projekten.
Straßenbau leidet unter Investitionshemmnissen
Besonders kritisch bewertet der Verband die Situation im Straßen- und Brückenbau. Trotz des hohen Sanierungsbedarfs würden dringend benötigte Investitionen häufig durch komplexe Verwaltungsverfahren und haushaltsrechtliche Vorgaben ausgebremst. Gleichzeitig müssten Unternehmen und Logistikdienstleister wegen gesperrter Brücken oder sanierungsbedürftiger Verkehrswege immer größere Umwege in Kauf nehmen. Dabei kritisiert Schnittjer insbesondere die Hürden beim Einsatz öffentlicher Investitionsmittel. Seine Forderung lautet: „Die bürokratischen Hürden für den Einsatz von Sondervermögen müssen radikal abgebaut werden.“ Nur durch verlässliche und langfristig planbare Investitionen könnten Unternehmen die notwendige Planungssicherheit erhalten.
Bürokratieabbau und mehr Tempo für Bauprojekte
Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe ist die Diskussion von hoher Bedeutung. Lange Genehmigungszeiten, umfangreiche Dokumentationspflichten und komplizierte Vergabeverfahren zählen seit Jahren zu den größten Produktivitätsbremsen der Branche. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Fachkräftemangel, Digitalisierung und zunehmenden Investitionsbedarf in Wohnungsbau und Infrastruktur. Der VDBUM sieht deshalb die gesamte Branche in der Verantwortung. Weniger Bürokratie, klarere Zuständigkeiten und schnellere Entscheidungen könnten nach Einschätzung des Verbandes ähnlich wie beim Gebäudetyp E dazu beitragen, Bauprojekte wirtschaftlicher umzusetzen und dringend benötigte Infrastrukturmaßnahmen schneller auf den Weg zu bringen. Die zentrale Botschaft fasst Schnittjer in einem Satz zusammen: „Das Ergebnis: Weniger Bürokratie, mehr Machen!“


















Baukosten senken – Potenziale nutzen: ein Drittel Einsparung möglich
Die Initiative kostenreduziertes Bauen (Hamburg) hat in den drei Handlungsfeldern; Kostenreduzierende Baustandards, Optimierte Planung und Prozesse sowie Beschleunigte Verfahren Kosteneinsparpotenziale ermittelt, die es ermöglichen, Baukosten um bis zu 2.000 Euro brutto pro m² Wohnfläche zu senken.
https://www.bezahlbarbauen.hamburg/baukosten-senken-potenziale-nutzen-ein-drittel-einsparung-moeglich-1016028
Aber die Verbesserung bzw. Veränderung der Prozesse im Bauwesen wird schon seit Jahren eingefordert.
Geringe operative Leistungsfähigkeit und Produktivität. (McKinsey)
https://www.mckinsey.de/news/presse/infrastruktur-und-wohnen-deutsche-ausbauziele-in-gefahr
Geringer Wertschöpfungsgrad von ca.30% (Roland Berger)
file:///C:/Users/Win10%20Pro%20×64/Documents/B.M/Eigene%20Bilder/dokumente/roland_berger_digitalisierung_bauwirtschaft_final.pdf
xorbitante Fehlerquote (BauInfoConsult),
https://bauinfoconsult.de/presse-fehlerkosten-am-bau-in-2021-mit-rund-165-milliarden-immer-noch-zu-hoch/
also verbauter Schaden der wieder korrigiert werden muss.
(2020 ca.18,0 Milliarden Euro, 2021 ca.16,5 Milliarden Euro und 2022 ca.13,0 Milliarden Euro),