Stresstest Bau – Bauwirtschaft nur bedingt krisenfest

Stresstest Bau - Bauwirtschaft nur bedingt krisenfest
Foto: Roland Riethmüller

In einer aktuellen Studie wurde die Krisenfestigkeit der Bauwirtschaft untersucht. Die Studie hat gezeigt, dass die Baubranche nicht in jedem Bereich wirklich krisenfest ist. Zwar profitieren von der Entwicklung insbesondere die Bereiche Gebäudetechnik und Gebäudegestaltung. Überaus krisenanfällig ist jedoch der Bereich Baumaschinen. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die Unternehmen unterschiedliche Schwerpunkte setzen müssen, um die Krise zu meistern.

Die neue Studie „Stresstest Bau 2020“ von der Unternehmensberatung Munich Strategy hat 717 mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Bauchemie, Baumaschinen, Baustoffe, Bauwerkzeuge, Gebäudegestaltung und Gebäudetechnik untersucht. Dabei lagen die Umsatzgrößenklassen der befragten Unternehmen zwischen zehn Millionen und zwei Milliarden Euro. Es zeigt sich, dass einige Bereiche in der Baubranche von der Corona-Krise profitieren, andere hingegen stärker unter Druck geraten.

Corona-Krise wird durch drei natürliche Effekte der Bauwirtschaft abgeschwächt

Drei Effekte haben einen positiven Einfluss auf die Auswirkung der Corona-Krise. Der sogenannte „Sommer-Effekt“ kennzeichnet die steigenden Investitionen von Privatpersonen in den sommerlichen Monaten. Eine höhere Nachfrage bringt darüber hinaus der „Domestic-Effekt“. Hier steigt die Nachfrage durch staatliche Investitionen und Konjunkturprogramme. Außerdem führt der „Renovierungs-Stau“ dazu, dass lange geplante Infrastrukturmaßnahmen vermehrt umgesetzt werden.

Welcher Bereich profitiert, welcher verliert?

Nicht jeder Bereich kann jedoch gleichermaßen von diesen positiven Aspekten profitieren. Besonders krisenanfällig ist demnach der Bereich der Baumaschinen, während hingegen die Segmente Gebäudegestaltung und Gebäudetechnik von der Entwicklung durchaus profitieren konnten.

Laut Studie sind die Unternehmen der Baubranche auf die Krise unterschiedlich gut vorbereitet. Was die Performance betrifft, so können diese in vier unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden: „Leuchttürme“, “Kompaktklasse”, „Wackelkandidaten“ und „Zombies“. Das durchschnittliche Umsatzwachstum und die Ertragsquote der vergangenen fünf Jahre bestimmen, in welche Leistungsklasse ein Unternehmen zugeordnet wird.

Die Baubranche ist nicht in jedem Bereich krisensicher

„Die Baubranche ist nicht per se krisenfest“, fasst Dr. Constantin Greiner, Studienautor und Bauexperte von Munich Strategy, die Ergebnisse der Studie zusammen. „Je nach Segment und individueller Fitness müssen Unternehmen der Bauindustrie jetzt unterschiedliche strategische Schwerpunkte setzen.“ Der Stresstest zeigt, dass „starke Leuchttürme“ ihre Preismacht ausnutzen und aktiv nach M&A-Zielen suchen sollten. Die „Leuchttürme“ in krisenanfälligen Bereichen hingegen sollten sich auf das gezielte Abwerben von Kunden fokussieren. „Zombies“ in krisenfesten Segmenten sollten ihre Kontinuität bewahren und die Chancen auf dem Markt nutzen. „Zombies“ in anfälligen Bereichen sollten sich nur darauf konzentrieren, ihr eigenes Überleben zu sichern. Damit zeigt das Ergebnis der Studie auch, dass trotz der sehr positiven Baukonjunktur die Baubranche nicht in jedem Fall krisensicher ist.

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