Nach der dritten Runde hat sich die Situation in den Tarifverhandlungen für Maler und Lackierer dramatisch zugespitzt: Nachdem die Arbeitgeber nur überschaubare Lohnerhöhungen geboten hatten, haben die Arbeitnehmervertreter ihrerseits ihre ursprüngliche Lohnforderung noch einmal erhöht und dann die Gespräche abgebrochen. Die unterschiedlichen Auffassungen über die Wirtschaftslage verhinderten am Ende eine Einigung. Die Gewerkschaft hält die Sorgen der Arbeitgeber für skurrile Ausreden. Jetzt droht die Schlichtung, wenn man nicht Anfang März ohne Tarifvertrag dastehen möchte.
Die aktuelle Tarifrunde für die Maler und Lackierer ist in ein bedrohliches Stocken geraten. Ende letzter Woche hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) als Arbeitnehmervertreter die laufende Tarifverhandlung abgebrochen. Der Grund dafür war, dass die Arbeitgeber kein akzeptables Angebot vorgelegt hätten. „Sie haben sich in einem zähen Ringen nur in Cent-Schritten bewegt“, erklärt IG Bau-Verhandlungsführer Carsten Burckhardt. „Die Arbeitgeber waren dabei nicht einmal bereit, die Inflation auszugleichen. Zuletzt haben sie zwei Prozent angeboten – und damit für einen Malergesellen gerade einmal 37 Cent pro Stunde mehr.“ Die Arbeitgebervertreter verweisen hingegen auf die angeschlagene Wirtschaftslage und äußern Unverständnis. „In einer schwierigen konjunkturellen Lage solche taktischen Spielchen zu spielen, ist kein gutes Zeichen“, kritisiert der Verhandlungsführer des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz (BV Farbe), Markus Heineke. „Die Gewerkschaft nimmt die herausfordernde Situation der Betriebe weiterhin nicht zur Kenntnis.“
Forderung der Gewerkschaft für das Malerhandwerk
Die Gewerkschaft hatte zuletzt für die 115.000 Maler und Lackierer in den bundesweit 21.700 Betrieben acht Prozent mehr Tariflohn gefordert. Das würde einem Preisanstieg von 1,50 Euro pro Stunde entsprechen. Dabei kritisiert die IG Bau in der aktuellen Tarifverhandlung für das Malerhandwerk vor allem, dass trotz guter Auftragslage und wegen des Fachkräftemangels die Situation der eigenen Branche kleingeredet werde. Außerdem würden weltpolitische Krisen als Argument angegeben. So würden der Ukraine-Krieg, die Trump-Politik und der Nahost-Konflikt als Ausrede angeführt, um die Lohnbremse im Malerhandwerk zu rechtfertigen. „Es bleibt das Geheimnis der Arbeitgeber, was Trump jetzt auch mit den realen Lohnkürzungen der Menschen zu tun hat, die bei uns Fassaden streichen, Wohnungen renovieren oder Kühlerhauben lackieren“, so Carsten Burckhardt. Wer eine solche Lohnentwicklung betreibe, müsse sich nicht über fehlenden Nachwuchs und Fachkräftemangel beschweren.
Nach gescheiterter Tarifverhandlung nun Schlichtung erforderlich
Andere Branchen seien ein gutes Beispiel dafür, wie eine Tarifeinigung aussehen könne. Wird die Tarifverhandlung für das Malerhandwerk einseitig für gescheitert erklärt, müssen die Tarifparteien in die Schlichtung. Weitere Verhandlungen stehen dann unter einem zeitlichen Druck. Dieser wird noch größer, wenn bis Anfang März ein Tarifvertrag vorgelegt werden soll.

















