Tarifverhandlung im Bauhauptgewerbe gescheitert

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Foto: Roland Riethmüller

Was sich bereits letzte Woche abzeichnete, ist nun eingetreten: Die Arbeitnehmervertreter haben die Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe offiziell als gescheitert erklärt. Zu unterschiedlich waren die Verhandlungspositionen der beiden Tarifparteien. Eine Einigung muss nun im Rahmen einer Schlichtungsstelle gefunden werden. Ist auch dies nicht erfolgreich, bleibt nur noch der Schlichterspruch vom Schlichter.

Die aktuelle Tarifverhandlung im Bauhauptgewerbe wurde nun offiziell als gescheitert erklärt. Darauf hat sich der Bundesvorstand der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) als Arbeitgebervertreter am Montag einstimmig verständigt. Bereits letzte Woche wurden nach fünf zähen Verhandlungstagen die Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe abgebrochen. Die Tarifparteien konnten sich nicht auf einen Kompromiss einigen. “Die Arbeitgeber waren nicht bereit, sich substanziell zu bewegen”, klagt der IG Bau-Bundesvorsitzende Robert Feiger. Demnach wirft die IG Bau den Arbeitgebervertretern vor, trotz der sehr guten Aufragslage die Beschäftigten nicht entsprechend an dieser Entwicklung zu beteiligen.

Streit um Erhöhung vom Tariflohn im Bauhauptgewerbe

Wesentlicher Streitpunkt war die Erhöhung vom Tariflohn. Während die IG Bau einen Anstieg von sechs Prozent innerhalb von zwölf Monaten fordert, akzeptieren die Arbeitgebervertreter einen derartigen Anstieg nur über 24 Monate. Nur ein langfristiger Tarifvertrag würde den Betrieben eine Planungssicherheit bieten, erklärt Arbeitgeber-Verhandlungsführer Frank Dupré. Auch sei die Umsatzentwicklung nicht in allen Gewerken und Regionen gleich gut, weshalb für eine Mehrzahl der Betriebe die Lohnerhöhung eine unzumutbare Belastung darstelle. Da sei es auch nicht förderlich, wenn die Arbeitnehmervertreter einen Angleichungsschritt im Osten fordern, um die Lohnlücke von sieben Prozent zu schließen.

Die Schlichtungsstelle muss nun eine Einigung erzielen

Alle Hoffnung liegt jetzt auf einer Einigung durch die Schlichtungsstelle. So müssen sich die Tarifparteien im Falle eines Scheitern der Tarifverhandlung an die Schlichtungsvereinbarung halten. Sie sieht vor, dass das Gremium sieben Tage nach dem Anruf der Schlichtung tagen muss und insgesamt zwei Wochen Zeit für eine Einigung hat. Kann auch dann keine Einigung erzielt werden, wird der Schlichter einen Schlichterspruch fällen. Seit 2007 ist dies der ehemalige Arbeits- und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, der bereits vier Tarifrunden begleitet hat.

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