Tarifverhandlung im Gerüstbau-Handwerk abgebrochen

News , 01.06.2018 , Frank Kessler Bild zu: Tarifverhandlung im Gerüstbau-Handwerk abgebrochen
Foto: Roland Riethmüller

Ende Mai wurden erneut die Tarifverhandlungen für die rund 24.000 Beschäftigten im Gerüstbau abgebrochen. Es war die bereits vierte Verhandlungsrunde, in der der Bundesverband Gerüstbau kein angemessenes Angebot zum Tariflohn vorlegen konnte. Die Arbeitnehmervertreter brachen daraufhin die Verhandlungen ab und fordert weiterhin einen Stundenlohn von 16,80 Euro für die Gerüstbauer sowie eine Plus für die Auszubildenden.

"Was die Arbeitgeber vorgeschlagen haben ist kein Angebot, das sind Almosen. Das ist mit der IG BAU nicht zu machen", sagte der Stellvertretende Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bau-Agrar-Umwelt (IG Bau), Dietmar Schäfers. Mit dieser vorgeschlagenen Erhöhung würde noch nicht einmal die Inflation ausgeglichen werden, betonte Schäfers weiter. Wenn dieser Trend anhalten würde, dann müssten die Beschäftigten demnächst noch Geld auf die Baustelle mitbringen. Die Baubranche boomt, davon profitieren auch die Gerüstbauer. Die Beschäftigten müssten daher auch fair entlohnt werden, denn schließlich seien sie für die Gewinne mit verantwortlich. Die Gewerkschaft hat aus diesem Grund die Tarifverhandlungen abgebrochen. Der Vorschlag der Arbeitgeber lag bei 1,3 Prozent. Gleichzeitig sollte es für einen Zeitraum von neun Monaten kein Lohnplus geben.

Es wird ein besseres Angebot von den Arbeitgebern erwartet

Die IG BAU fordert eine Erhöhung auf 16,80 Euro pro Stunde. Außerdem will sie ein Plus bei der Ausbildungsvergütung. Auch fordert sie eine faire Gestaltung des Wettbewerbs und will deshalb die Einführung eines Mindestlohns II für Facharbeiten. Schäfers sagte weiterhin, dass man von den Arbeitgebern ein deutlich besseres Angebot erwarten werde. Alternativ sollte die festgefahrene Tarifverhandlung für das Gerüstbau-Handwerk durch eine Schlichtung zu einem annehmbaren Ergebnis führen. Handlungsbedarf zum Tariflohn liege jetzt beim Bundesverband Gerüstbau. Die Arbeitgeber haben nun bis zum 15. Juni 2018 Zeit, sich zu äußern und ein besseres Angebot zu machen. Laut Gewerkschaft könne es nicht angehen, dass die Arbeitgeber satte Gewinne einstreichen, die überhaupt erst durch die Gerüstbauer erwirtschaftet würden. Es sei also nur fair, dass die Arbeitgeber ein deutlich besseres Angebot machen, als eine Erhöhung von lediglich 1,3 Prozent. Man sollte bei den Tarifverhandlungen nicht vergessen, dass die Baubranche boomt. Eine solch niedrige Erhöhung des Tariflohns sei eine Ohrfeige für alle Beschäftigten im Gerüstbau.