Top-100 Baukonzerne im Vergleich: China führt!

News | Frank Kessler | 11.08.2020
Top-100 Baukonzerne im Vergleich: China führt!
Foto: Roland Riethmüller

Die globale Bauwirtschaft steigerte ihren Umsatz im Jahr 2019 um fünf Prozent. Das geht aus einem aktuellen Report hervor. Dabei stammen die umsatzstärksten Baukonzerne fast ausnahmslos aus China. Sie stehen insgesamt für rund 44 Prozent der globalen Erlöse. Darüber hinaus belegen chinesische Unternehmen auch die ersten vier Plätze in der Liste der 100 umsatzstärksten Baukonzerne. Nur ein Unternehmen in den Top-100 kommt aus Deutschland.

Der umsatzstärkste Baukonzern der Welt war im Jahr 2019 mit mehr als 200 Milliarden US-Dollar Umsatz und großem Abstand zur Konkurrenz die China State Construction Engineering Corporation (CSCEC). Auf den Plätzen 2 und 3 folgten die Baukonzerne China Railway Group Ltd. (CREC) und China Railway Construction Corp. Ltd (CRCC) mit jeweils etwas über 120 Milliarden US-Dollar. Das geht aus der aktuellen Untersuchung "Global Power of Construction" der Deloitte Unternehmensberatung hervor.

Geringer Anteil europäischer Baukonzerne

Die China Communications Group Ltd. landete mit knapp 80 Milliarden auf Rang 4, ehe auf Platz 5 im Umsatzranking der Bauindustrie das erste europäische Unternehmen folgte: Vinci aus Frankreich erwirtschaftete gut 53 Milliarden US-Dollar. Der einzige deutsche Baukonzern in den Top-100 ist die oberbayerische Bauer AG mit knapp 1,65 Milliarden US-Dollar Umsatz. Weitere deutsche Baukonzerne wie Goldbeck, Max Bögl, Leonhard Weiss, Köster und Zech sind nicht am Kapitalmarkt gelistet und tauchen daher nicht im Ranking auf. Es wurden ausschließlich Bauunternehmen berücksichtigt, die eine entsprechend transparente Finanzberichterstattung haben, um vergleichbare Zahlen für den Report ziehen zu können. Auch die deutsche Hochtief taucht im Ranking nicht auf, da sie lediglich ein Teil der spanischen ACS-Gruppe ist, die auf Platz 7 steht. Strabag und Ed. Züblin sind ebenfalls nur Tochtergesellschaften, nämlich der österreichischen Strabag-Gruppe und haben es auf Platz 22 geschafft. Die österreichische Porr belegt Platz 55 und die schweizer Implenia Platz 61. Insgesamt befinden sich zwölf chinesische sowie 15 japanische und 13 US-amerikanische Unternehmen in den Top-100 der globalen Bauindustrie. Großbritannien steuert elf Baukonzerne zur Top-100 bei.

China dominiert oft ... aber nicht überall

Beim Umsatzanstieg im Jahresvergleich (2018 zu 2019) haben die bestplatzierten chinesischen Baukonzerne ebenfalls gute Resultate. So steigerte die CSCEC ihren in US-Dollar umgerechneten Umsatz um 13 Prozent. Die CREC kam auf zehn Prozent. Die größten Umsatzsteigerungen in der globalen Bauindustrie verzeichnen aber andere Akteure der Bauindustrie, die bei der Umsatzhöhe eher auf hinteren Rängen im Ranking liegen. So steigerte die US-amerikanische Infrastructure & Energy Alternatives Inc. ihren Umsatz vom Jahr 2018 auf das Jahr 2019 um 87 Prozent. Der griechische Baukonzern Ellaktor SA kam auf 35 Prozent und das türkische Bauunternehmen Enka Insaat Ve Sanayi AS auf 34 Prozent.

Positive Entwicklung der europäischen Marktwertentwicklung

Betrachtet man den Börsenwert untersuchter Unternehmen (Marktkapitalisierung), dann liegt Vinci in den Top-30 auf Rang 1. Der französische Baukonzern erreichte eine Marktkapitalisierung von etwas über 62 Milliarden US-Dollar. Auffällig ist die Marktwertentwicklung der Unternehmen im Vergleich der Regionen. Der Marktwert aller Akteure aus der europäischen Bauindustrie stieg im Jahresvergleich um 33 Prozent. Dagegen sanken die Marktwerte chinesischer und japanischer Unternehmen um elf beziehungsweise 16 Prozent.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bleiben ungewiss

Der Deloitte Report bescheinigt der globalen Bauindustrie insgesamt ein stabiles Wachstum. Die meisten erhobenen Zahlen stammen allerdings aus der Zeit vor der Covid-19-Pandemie. Wie sich der weitere wirtschaftliche Erfolg der Branche entwickelt, lässt sich aus dem Report nicht ableiten. Michael Müller, Leader des Bereichs Real Estate bei Deloitte, mutmaßt, dass ein Corona-bedingter Rückgang der Bautätigkeit bis in das nächste Jahr hinein andauern könnte. Als möglichen positive Folge der Pandemie für die Bauindustrie sieht er zum Beispiel einen "einen verstärkten Einsatz neuer industrieller und digitaler Technologien".

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