Top 3 der gescheiterten Großprojekte

News | Roland Riethmüller | 25.08.2015
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Foto: Roland Riethmüller

Deutsche sind gewissenhaft und pünktlich -  so unser Image. Doch leider entspricht das nicht ganz dem Verhalten beim Bau der aktuellen Großprojekte. Denn wenn das Geld nicht das eigene ist, nimmt man es scheinbar nicht mehr ganz so genau. Dieser Eindruck entsteht jedenfalls bei einer Reihe von unvollendeten Großbaustellen. BauInfoConsult hat Architekten nach ihrer persönlichen Top 3 der unsinnigsten Großprojekte befragt.

Zugegeben, das Bauen wird immer komplexer. Doch obwohl Deutschland als hoch technologisiert gilt, werden einige aktuelle Großprojekte einfach nicht fertig. Nicht nur die Bevölkerung fragt sich, warum einige Großprojekte immer wieder aufgeschoben werden und am Ende kostentechnisch vollkommen aus dem Ruder laufen. Da wächst leicht die Vermutung, dass das Ego einiger weniger deutlich größer ist als das Bewusstsein für den vertrauensvollen Umgang mit Steuergeldern. Denn nur weil etwas technisch machbar ist, muss es schließlich nicht gleichzeitig sinnvoll sein. Das Marktforschungsinsitut BauInfoConsult hat daher 180 Architekten danach befragt, welche Großprojekte ihrer Meinung nach völlig unnötig waren und längst hätten eingestellt werden sollen.

Bei den befragten Architekten steht der Berliner Großflughafen BER mit 58 Prozent an erster Stelle der Projekte, die am besten gar nicht weiter fertiggestellt werden sollten. Nicht zuletzt durch die Insolvenz des Gebäudeausrüsters Imtech ist das Großprojekt erneut in die Schlagzeilen geraten. So belastet der neue Hauptstadtflughafen nicht nur die Haushaltskasse und damit die Steuerzahler, er trägt auch nicht gerade zum Image einer Weltstadt bei. Damit Berlin nicht zur Lachnummer wird, fordern die Architekten eine nachhaltige Lösung.

31 Prozent der Architekten würden die Dauerbaustelle “Stuttgart 21” quasi begraben und die Gelder sinnvoller einsetzen. Denn obwohl Mehdorn schon lange nicht mehr bei der Bahn ist, wird an seinem Denkmalprojekt hartnäckig festgehalten - kostes es, was es wolle!

Auf dem dritten Platz reiht sich Köln in die Liste der von Architekten abgelehnten Großprojekte ein. Obwohl 2009 wegen baulicher und planerischer Mängel im Tunnelbau das Kölner Stadtarchiv einstürzte, wird munter weitergebaut als wäre nichts passiert. 18 Prozent der befragten Architekten hält den Weiterbau für unsinnig.

Es folgen mit sieben Prozent das Berliner Stadtschloß und mit sechs Prozent die Berliner Staatsoper. Erstaunlicherweise wird die Elbphilharmonie in Hamburg nur von zwei Prozent der Architekten abgelehnt.

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