Trend zum Dachausbau hilft gegen Wohnraummangel

News , 31.08.2016 , Jennifer Brandt Bild zu: Trend zum Dachausbau hilft gegen Wohnraummangel
Foto: Roland Riethmüller

Vor allem bezahlbarer Wohnraum ist und bleibt Mangelware in Deutschland. Umso wichtiger ist es,  sich damit zu beschäftigen, welche Möglichkeiten sich dennoch bieten, um dem entgegen zu wirken. Dabei zeichnet sich immer häufiger die Option von Dachaufstockungen und Dachausbauten ab. Die Vorteile bei diesen Maßnahmen sind zahlreich und daher tatsächlich eine praktikable Lösung gegen den Wohnraummangel.

Der Wohnraum, insbesondere in Ballungsgebieten, ist nach wie vor ein knappes Gut. Gerade das für den Bau neuen Wohnraums wichtige Bauland steht entweder nicht ausreichend oder nur sehr teuer zur Verfügung. Auch aus diesem Grund bieten der Ausbau und die Aufstockung des Daches von Bestandsbauten eine echte Alternative. Dies belegt auch eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Dachausbau und –aufstockung als echte Alternative

Auch die neuen Halbjahreszahlen des Statistischen Bundesamts belegen, dass die erteilten Baugenehmigung den Trend hin zu Dachausbau und –aufstockung erkennen lassen. Immerhin stieg die Zahl der Dachausbauten und Dachaufstockungen, neben anderen Um- uns Ausbaumaßnahmen, um 46 Prozent.

Hierbei hat wohl auch die Wohnungsbau-Offensive des Bundes einen wesentlichen Beitrag geleistet. Denn nach wie vor liegt der Fokus zwar auf der Schaffung bezahlbaren Wohnraums, doch wird vor allem ein mittleres Preisniveau nachgefragt. Um diese Bedürfnisse optimal zu vereinen, empfiehlt sich die Investition in einen Dachausbau oder eine Dachaufstockung allemal, wie auch die Studie des BBSR bestätigt.

Ältere Bestandsbauten als Basis für neuen Wohnraum

Wer sich mit dem Thema des Dachausbaus und und der Dachaufstockung beschäftigt, der stößt dabei vor allem auf Bestandsbauten aus den 1950er bis 1970er-Jahren. Denn zum einen ist hier nach den vielen Jahren langsam sowieso ein gewisser Sanierungsbedarf vorhanden. Zum anderen fallen gut 40 Prozent des Bestandes von Wohngebäuden in Deutschland auf genau diese Bauzeit. Das Potenzial in diesem Segment ist also ausgesprochen hoch, neuen Wohnraum zu schaffen, ohne dabei weiteres Bauland zu benötigen.

Ein weiterer Vorteil bei den Maßnahmen an Bestandsbauten besteht darin, dass hier der Wohnraum noch wesentlich bezahlbarer ist, als bei einem Neubau auf neuem Bauland. Damit leistet man also durch den Dachausbau und die Dachaufstockung auch einen wichtigen Beitrag zu weniger teurem neuem Wohnraum. Außerdem ist es gerade in Ballungsgebieten inzwischen meist die einzige Chance, überhaupt noch neue Wohnflächen zu schaffen.

Potenzial längst nicht ausgeschöpft

Dennoch steht für den BBSR auch fest, dass die Maßnahmen zum Dachausbau und der Dachaufstockung noch viel zu wenig in Anspruch genommen wird. So sagt BBSR-Direktor Harald Herrmann: „Auf Baumaßnahmen im Bestand entfallen derzeit maximal zehn Prozent an allen fertiggestellten Wohnungen in Deutschland. Eigentümer wägen sehr genau ab, ob sich ihre Investitionen rechnen. Zudem wirken rechtliche Anforderungen der Länder und Kommunen, wie etwa die Stellplatzpflicht oder die Pflicht, einen Aufzug einzubauen, als Kostentreiber.“

Der BBSR macht daher auch deutlich, dass die Kosten in jedem Fall gesenkt werden müssen, um eine größere Attraktivität zu schaffen. Gleichzeitig müsse man auch bei den vielen Anforderungen, die es zu erfüllen gilt, ein wenig mehr Lockerungen gewähren.