Hohe Bau- und Lebenshaltungskosten bremsen die Baukonjunktur, doch für das Jahr 2026 zeichnet sich im privaten Wohnungsbau eine Trendwende ab. Eine aktuelle Studie belegt eine deutlich steigende Bereitschaft zu Renovierungen und Modernisierungen im Bestand. Besonders für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe entstehen daraus neue Marktchancen. Doch die frühzeitige Planung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Denn der Fachkräftemangel und begrenzte Kapazitäten werden zunehmend zum limitierenden Faktor.
Trotz anhaltend hoher Bau- und Lebenshaltungskosten zeichnet sich für die Bauwirtschaft ein überraschend positives Signal ab. Denn viele private Haushalte in Deutschland planen für das Jahr 2026 größere Investitionen in ihre Immobilien. Eine aktuelle Studie bestätigt, dass die Bereitschaft zu Renovierungen und Modernisierungen deutlich zunimmt. Das ist ein klarer Hoffnungsschimmer für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe in wirtschaftlich angespannten Zeiten. So verdeutlicht die Untersuchung der Handwerkerplattform MyHammer, dass sich ein erheblicher Teil der Bevölkerung finanziell stabil genug fühlt, um größere Bau- und Sanierungsprojekte anzugehen. Dabei geht es nicht um kosmetische Maßnahmen, sondern um substanzielle Arbeiten wie Aus- und Umbauten, energetische Sanierungen oder Modernisierungen bestehender Wohnflächen. Das zeigt auch, dass die Investition ins bestehende Zuhause für viele Eigentümer attraktiver ist als ein Umzug. Dadurch rückt insgesamt der Bestand weiter in den Fokus der Baukonjunktur.
Steigende Investitionsbereitschaft zur Renovierung trotz Kostendruck
Laut Studie fühlen sich 38 Prozent der Befragten im Jahr 2026 sicherer dabei, Geld in ihre Immobilie zu investieren, als noch im Vorjahr. Gleichzeitig geben 36 Prozent an, lieber zu renovieren als den Wohnort zu wechseln. Damit bestätigt sich ein Trend, der für die Bauwirtschaft strategisch relevant ist: Der Markt für Sanierung, Modernisierung und Ausbau bleibt trotz hoher Materialpreise und unsicherer Rahmenbedingungen stabil. Dieser Trend äußert sich besonders in der hohen Investitionsfreude jüngerer Eigentümer. In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen planen 42 Prozent konkrete Renovierungs- oder Erweiterungsmaßnahmen. Deutlich zurückhaltender agieren ältere Haushalte über 55 Jahre, bei denen der Anteil bei 32 Prozent liegt. Regional zeigen sich ebenfalls Unterschiede: Während in Nordrhein-Westfalen rund 40 Prozent der Befragten Renovierungen planen, liegt Niedersachsen mit 32 Prozent am unteren Ende.
Chancen und Engpässe für das Handwerk
Für Handwerksbetriebe und Bauunternehmen sind diese Zahlen grundsätzlich eine positive Nachricht. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass der Fachkräftemangel weiterhin als Wachstumsbremse wirkt. 36 Prozent der Befragten berichten von Schwierigkeiten, einen passenden Betrieb zu finden. Elf Prozent mussten geplante Projekte sogar vollständig absagen, weil keine Kapazitäten verfügbar waren. „Wir blicken auf ein für viele finanziell herausforderndes Jahr zurück, in dem steigende Lebenshaltungskosten den Alltag geprägt haben“, erklärt Wolfgang Häse, Renovierungsexperte bei MyHammer. „Umso ermutigender zu sehen, dass so viele Menschen in Deutschland dennoch bereit sind, in ihr Zuhause zu investieren.“
Modernisierung: Frühzeitige Planung wird zum Erfolgsfaktor
Angesichts voller Auftragsbücher gewinnt die Planungssicherheit für Betriebe weiter an Bedeutung. „Angesichts des Fachkräftemangels empfehlen wir Hausbesitzern, möglichst frühzeitig zu planen, wenn sie ihre Wunschhandwerker buchen möchten“, betont Häse. „Insbesondere Bauunternehmen sind oft Monate im Voraus ausgebucht.“ Damit unterstreicht die Studie einen zentralen Punkt für die Branche: Die Nachfrage ist vorhanden, doch Umsetzungsgeschwindigkeit und Verfügbarkeit entscheiden über den wirtschaftlichen Erfolg. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe eröffnet sich im Jahr 2026 somit ein Markt mit großem Potenzial. Das setzt allerdings voraus, dass Kapazitäten, Prozesse und Personal Schritt halten können.

















