Trübe Aussichten: Baukonjunktur im Bauhandwerk gebremst

Trübe Aussichten: Baukonjunktur im Bauhandwerk gebremst
Foto: Roland Riethmüller

Schon seit ein paar Monaten machen enorme Preissteigerungen und Lieferengpässe dem Bauhandwerk zu schaffen. Zudem sind die stetig zunehmenden Gaspreise ein vorherrschendes Thema. Aufgrund der Inflation sind auch die Auftragseingänge deutlich gesunken. Das hat auch Auswirkungen auf den Wohnungsbau, denn hier ist die Nachfrage ebenfalls eingebrochen. Die Regierung muss jetzt Lösungen finden, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und die Baukonjunktur wieder anzukurbeln.

Die Baukonjunktur im Bauhandwerk schwächelt. Schuld daran sind die hohen Preissteigerungen und die Lieferengpässe bei Baumaterialien. Die Inflation hat außerdem dazu geführt, dass die Auftragseingänge deutlich zurückgegangen sind. Der Krieg in der Ukraine trägt am Ende sein Übriges zu den trüben Aussichten bei. Ein ungewisses Thema sind zudem die zu erwartenden Preissprünge bei der Energie. Das alles kommt sehr ungünstig zum jetzigen Zeitpunkt, denn viele Betriebe haben die Auswirkungen der Pandemie noch nicht vollständig verkraftet. Die ersten Auswirkungen sind bei den gesunkenen Bauanträgen zu spüren. „Damit droht dem Herzstück der stabilen Handwerkskonjunktur der letzten Jahre – dem Bausektor – ein Einbruch”, warnt Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz.”Immerhin: Im Dienstleistungssektor hat sich die Wirtschaftslage nach dem Wegfall der Coronabeschränkungen wieder etwas erholt.“

Trügerische Erholung, doch die Aussichten sind trüb

Das zweite Quartal 2022 bescherte vielen Betrieben eine gute Geschäftslage. Das ergaben die veröffentlichen Zahlen der Handwerkskammer Konstanz. 68,6 Prozent haben die Lage mit gut bewertet. Lediglich 3,3 Prozent sahen ihre Lage als schlecht an. Positiv für das zweite Quartal fallen die Aussagen über die Auftragslage aus. 43,6 Prozent berichten über ein Auftragsplus. Bei 19,2 Prozent sind die Aufträge rückläufig. 28,7 Prozent befürchten für die nächsten Monate einen Rückgang der Aufträge. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte die Zahlen für das Bauhauptgewerbe für Mai 2022. „Die Inflation schlägt hierzulande mehr und mehr durch und treibt die Preise für Energie und Baumaterial”, bestätigt auch Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB). “Gleichzeitig klettern die Bauzinsen. Es ist keine Überraschung, dass im Mai dieses Jahres die Bauaufträge im Vorjahresvergleich nun deutlich um 7,5 Prozent gesunken sind“. Daher müsse die Politik jetzt tätig werden. Es müssen verlässliche Förderbedingungen geschaffen werden. Dazu gehöre auch eine Prüfung, was das Bauen verlangsamt und verteuert. Dies wirke sich schließlich negativ auf die Baukonjunktur aus.

Schlechte Baukonjunktur – Der Wohnungsbau bricht ein

Das Statistische Bundesamt berichtet von einem preisbereinigten Rückgang des Wohnungsbaus gegenüber dem Vorjahresmonat von 13,5 Prozent. Von Januar bis Mai ist das ein reales Minus von 5,1 Prozent. Es gibt jedoch auch Positives zu berichten. Der Wirtschaftsbau und der öffentliche Bau konnten zulegen. Dieses Plus konnte den Einbruch im Wohnungsbau jedoch nicht auffangen. Der Umsatz ist ebenfalls ins Minus gerutscht. So wurde vom Statistischen Bundesamt ein realer Rückgang von 0,4 Prozent gemeldet. Was die Baukonjunktur betrifft, sind die Aussichten folglich eher trübe.

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