UN-Klimakonferenz mit Forderung nach mehr Energieeffizienz

News | Roland Riethmüller | 07.12.2010 Bild zu: UN-Klimakonferenz mit Forderung nach mehr Energieeffizienz
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Auf der 16. UN-Klimakonferenz (COP16) in Cancún mahnt Tony Robson, CEO von Knauf Insulation und Präsident der neu gegründeten European Alliance to Save Energy (EASE), die teilnehmenden Regierungen zu konsequenteren energieeffizienten Maßnahmen. Vor allem im Gebäudesektor seien die größten Einsparpotentiale möglich, bisher jedoch nicht in ausreichendem Maße genutzt worden.

Die Energiekosten könnten allein in Europa um 270 Milliarden Euro und die CO2-Emissionen um 460 Millionen Tonnen gesenkt werden, wenn der Gebäudebestand in Niedrigenergiegebäude umgewandelt werden würde. Das besagt die von McKinsey ermittelte Kostenkurve für die Reduzierung von Treibhausgasen. Sogar noch weiter würden Einsparungen durch Nullenergiehäuser gehen, weiß auch Tony Robson von Knauf Insulation, einem der führenden Dämmstoffhersteller der Welt. Nicht ganz uneigennützig fordert er daher die versammelten Regierungen auf der UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancún auf, die Energieeffizienz im Gebäudesektor nachhaltig zu stärken.

Denn insbesondere im Gebäudesektor, in dem 40 Prozent des weltweiten Energiebedarfs anfallen, bestehen enorme Einsparpotentiale zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen. Zusätzlich können Kosten eingespart und Arbeitsplätze geschaffen werden. So rechnet Robson mit einer Million Arbeitsplätze, die durch das Erreichen des 20-Prozent-Ziels bei der Energieeffizienz bis 2020 entstehen könnten und ergänzt: „Der Preis, den wir bezahlen werden, ist so hoch, dass ich nicht verstehe, warum nicht mehr unternommen wird.“

Obwohl die Politik immer wieder über die Bedeutung der Energieeffizienz diskutiert, sind bisher keine geeigneten Maßnahmen zur Reduzierung des Gesamtenergiebedarfs der Gesellschaft ergriffen worden. Es ist an der Zeit, nach konkreten Maßnahmen zu suchen, Wohlstand durch eine Kohlendioxidreduktion im Sinne einer nachhaltigen Lebensweise zu gestalten. Dazu gehört es, in den Bauverordnungen eine Energiebilanz nahe null vorzuschreiben und langfristig bis zum Jahr 2050 durch Modernisierungsmaßnahmen alle Bestandsgebäude auf ein einheitliches Niveau zu bringen. Auch wenn das finanziell und hinsichtlich des Fachkräftebedarfs eine große Herausforderung darstellt, so würde das Arbeitsplätze schaffen, der Wirtschaft neue Impulse geben und vor zu hohen Energiepreisen schützen. „Energieeffizientes Bauen ist immer noch die Ausnahme, aber es muss die Norm werden – auch durch ein gesetzliches Verbot von ineffizienten Gebäuden.“

Weitere Informationen:
http://www.mckinseyquarterly.com/A_cost_curve_for_greenhouse_gas_reduction_1911

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