Der massive Anstieg an Unternehmensschließungen in Deutschland trifft auch die Bauwirtschaft mit voller Wucht. Im Jahr 2024 mussten rund 9.700 Betriebe aus der Wohnungsbranche aufgeben. Das entspricht einem Anstieg um 20 Prozent. Fachkräftemangel, steigende Kosten und fehlende Nachfolge bedrohen ganze Wertschöpfungsketten. Selbst größere Bauunternehmen ziehen sich zunehmend zurück. Die Folgen sind gravierend: Baukapazitäten brechen weg, politische Neubauziele geraten ins Wanken und der Druck auf die Branche wächst weiter.
Die Zahl der Unternehmensschließungen in Deutschland ist im Jahr 2024 drastisch gestiegen. Auch Bauwirtschaft und der Wohnungsbau sind von dem Trend erheblich betroffen. Laut einer aktuellen Analyse der Wirtschaftsauskunftei Creditreform und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) wurden im vergangenen Jahr bundesweit über alle Branchen hinweg 196.100 Unternehmen abgemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert den höchsten Stand seit dem Jahr 2011. Vor allem energieintensive Branchen und technologieorientierte Dienstleister sehen sich zunehmend in ihrer Existenz bedroht. Allein in energieintensiven Bereichen wie der Chemie- und Pharmaindustrie wurden 1.050 Betriebsschließungen verzeichnet – ein Plus von 26 Prozent. Auch technologieorientierte Dienstleistungen verzeichnen einen markanten Rückgang: „Tatsächlich müsste dieser Sektor als Zukunftsbranche wachsen“, erklärt Sandra Gottschalk vom ZEW Mannheim. „Doch es herrscht ein gravierender Fachkräftemangel.“ Ohne ausreichend qualifiziertes Personal bleiben Aufträge aus und eine wirtschaftliche Abwärtsspirale ist die Folge. Auch in der Industrie ist der Druck besonders hoch. Hohe Produktionskosten und wachsender Konkurrenzdruck aus dem Ausland führen dazu, dass Betriebe reihenweise aufgeben.
Höhere Unternehmensschließungen gefährden Wohnungsbauziele
Besonders alarmierend ist die Entwicklung in der Wohnungswirtschaft. Im Jahr 2024 zogen sich rund 9.700 Unternehmen aus diesem Sektor zurück. Das entspricht einem Anstieg von 20 Prozent. Gleichzeitig werden dadurch nicht nur die vorhandenen Kapazitäten geschmälert, sondern auch politische Bauziele konterkariert. „Die Kapazitäten im Wohnungsmarkt schrumpfen – auch wegen fehlendem Fachkräftenachwuchs. Das sind schlechte Nachrichten für die neue Bundesregierung, die im Koalitionsvertrag eigentlich einen ‘Wohnungsbau-Turbo‘ angekündigt hat“, warnt Patrik-Ludwig Hantzsch von Creditreform.
Substanzverlust durch Standortverlagerung
Besonders besorgniserregend ist der starke Rückgang bei größeren, wirtschaftlich aktiven Unternehmen. Im Jahr 2024 wurden mehr als 4.050 dieser Betriebe abgemeldet, also fast doppelt so viele wie im Durchschnitt der letzten Jahre. Hantzsch spricht von einem „klaren Alarmsignal an die Wirtschaftspolitik“: Immer mehr Produktionsbetriebe verlagern Standorte ins Ausland oder stellen ihre Investitionen ein. Die Folge: Ein schleichender Substanzverlust für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Fachkräftemangel und fehlende Nachfolge
Bei kleinen, meist inhabergeführten Unternehmen ist die Entwicklung weniger dramatisch, jedoch nicht minder folgenreich. Häufige Ursache für die Geschäftsaufgabe ist das Fehlen geeigneter Nachfolger. „Viele junge Menschen empfinden eine abhängige Beschäftigung als attraktiver und lukrativer als den Weg in die Selbstständigkeit“, so Gottschalk. Für das Baugewerbe bedeutet das: Eine nachhaltige Fachkräftesicherung wird zur existenziellen Aufgabe.


















Aber es sind doch Millionen Fachkräfte in den letzten paar Jahren gekommen. Alles junge gesunde Männer, die nicht wissen, wohin mit ihrem Testosteron.