Urban Mining: mit Baustoffrecycling zur Kreislaufwirtschaft

Urban Mining mit Baustoffrecycling zur Kreislaufwirtschaft
Foto: Leipfinger-Bader

In Deutschland besteht die Hälfte des Abfallaufkommens aus Bau- und Abbruchabfällen. Bereits seit Jahrzehnten ist dieser Wert gleichgeblieben. Dabei könnte gerade die Stadt eine nicht unbedeutende Rohstoffquelle sein. Beim Urban Mining ist der Mensch nicht nur Verbraucher, sondern auch Produzent für wichtige Ressourcen. Das Baustoffrecycling nutzt bestehende Ressourcen, die wie die “Kaltziegel” nach der Wiederaufbereitung als Recyclingbaustoffe eingesetzt werden können.

Die Bauwirtschaft produziert große Mengen an mineralischen Abfällen. Umso dringlicher müssen Recyclingmöglichkeiten zur Problemlösung in Betracht gezogen werden. Laut einer Statistik des Statistischen Bundesamts produzierte die Bauwirtschaft im Jahr 2018 mineralische Abfälle in Höhe von 218,8 Millionen Tonnen. Die einzige Perspektive ist eine gut funktionierende Kreislaufwirtschaft mithilfe von Urban Mining. Dabei ist der Mensch Verbraucher und gleichzeitig Produzent für wichtige Ressourcen. Um dies zu verwirklichen, müssen neue Technologien erforscht und entwickelt werden. Hier sind Politik und Unternehmen gefordert.

Green Deal zwingt zu mehr Baustoffrecycling

Bereits seit den 1990er Jahren gibt es Initiativen, um die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen zu fördern. Das geschieht nicht nur in Bayern, sondern wird auch EU-weit aufgegriffen. Bereits im März 2020 wurde auf europäischer Ebene der „Green-Deal“ verfasst. Die europäische Politik will somit das Baustoffrecycling vorantreiben. Um diesen europäischen Zielen zu folgen, hat die Bundesregierung im Mai 2021 eine neue Mantelverordnung beschlossen. Erstmals sind hier einheitliche Regeln für die Entsorgung mineralische Abfälle festgelegt.

Mineralische Bauabfälle im Urban Mining nutzen

Jede neue Verwertung mineralischer Bauabfälle ist ein Schritt in die Richtung Nachhaltigkeit. Ein Blick auf die tatsächliche Recyclingquote ist essenziell, denn nur das Baustoffrecycling hilft, wertvolle Ressourcen zu schonen. Im Jahr 2018 wurden laut Kreislaufwirtschaft Bau 73,3 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle recycelt. Das macht 33,5 Prozent der entstandenen Abfälle aus. Rund 207,2 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle fallen in Deutschland an. Hier liegt ein enormes Potenzial. Das Augenmerk in der Zukunft sollte deshalb auf die Weiterentwicklung solcher Baustoffe gelegt werden.

Innovation der Ziegelindustrie durch Kaltziegel

Ein gutes Beispiel liefert die Firmengruppe Leipfinger-Bader, die im Jahr 2019 für ihr ökologisches Wirtschaften ausgezeichnet wurde. Das Unternehmen hat ständig in moderne Techniken investiert und deckt heute über 80 Prozent des Energiebedarfs über regenerative Quellen ab. So hat alleine ein neuer Tunnelofen im Stammwerk den Energieverbrauch um 30 Prozent reduziert. Spannend ist aber auch die Entwicklung rund um den “Kaltziegel”, der größtenteils aus recyceltem Ziegelbruch besteht. Da er nicht gebrannt, sondern luftgetrocknet wird, reduziert sich der CO2-Ausstoß erheblich. Das schont in doppelter Hinsicht Ressourcen und trägt zur Erreichung der ambitionierten Klimaschutzziele bei.

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Wieso macht man es so kompliziert

Ich glaube, dass sich die Politik mal mit Flüssigbodenverfahren auseinander setzten sollte. Hier ist das Potential für Urban Mining das Grösste……

Aber leider ist diese Lobby nicht so stark.

Wir werden es aber lernen müssen.

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