Verhaltene Halbjahresbilanz - Baugenehmigungen schwächeln

News | Frank Kessler | 17.08.2021
Verhaltene Halbjahresbilanz - Baugenehmigungen schwächeln
Foto: Roland Riethmüller

Die Halbjahresbilanz bei den Baugenehmigungen fällt enttäuschend aus. Denn nicht alle Bereiche der Bauwirtschaft entwickeln sich gleichermaßen gut. Zwar ist die Nachfrage nach Wohnraum nach wie vor sehr hoch, doch die Unternehmen sind dennoch mit Investitionen zurückhaltend. Das geht aus den neu veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Die gestörten Lieferketten sind dabei durchaus ein Grund für die Zurückstellung der Investitionen.

"Die Halbjahresbilanz bei den Baugenehmigungen fällt in diesem Jahr gespalten aus”, kommentiert Tim-Oliver Müller, der neue Hauptgeschäftsführer vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), die gestern vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Baugenehmigungszahlen. “Während die Nachfrage nach Wohnraum nach wie vor ungebrochen ist, leidet der industrielle Hochbau unter der Investitionszurückhaltung der Unternehmen." Im ersten Halbjahr 2021 waren demnach 189.780 Wohnungen neu gebaut oder umgebaut worden. Das sind 13.550 Wohnungen beziehungsweise 7,7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dieses Plus betrifft fast alle Arten von Gebäuden. Mit beeinflusst hat dies das Auslaufen der Baukindergeldförderung Ende März. Denn das hat zu einem enormen Anstieg im ersten Quartal von fast 20 Prozent geführt. Das zweite Quartal ist jedoch schwächer ausgefallen. Hier konnte ein leichter Rückgang von 2,4 Prozent verzeichnet werden. Davon betroffen war ausschließlich der Hausbau von Einfamilienhäuser. Dieser war um 7,8 Prozent im zweiten Quartal zurückgegangen. Für das erste Halbjahr 2021 ergibt sich daraus aber immer noch ein Plus von 10,7 Prozent. Für die breite Bevölkerung sind Neubaugenehmigungen von Mehrfamilienhäusern besonders wichtig. Diese sind um 1,9 Prozent im gesamten Zeitraum gestiegen.

Baugenehmigungen im industriellen Hochbau stark rückläufig

Der industrielle Hochbau ist im Gegensatz zum Wohnungsbau stark zurückgegangen. Die Genehmigungen von Fabrik- und Werkstattgebäuden lagen 26,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Gründe für die allgemeine Verunsicherung waren die gestörten Lieferketten und die damit verbundenen starken Preissteigerungen. Diese haben die Verunsicherung hinsichtlich der Konjunktur noch verstärkt. Das Ergebnis ist, dass die Investitionen in neue Industriebauten erst einmal zurückgestellt wurden.

Ebenso zurückgegangen sind die Baugenehmigungen von Handels- und Lagergebäuden. Obwohl der Versandhandel boomt, sind die Genehmigungen im ersten Halbjahr um 10,4 Prozent zurückgegangen.

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