Verlust in zweistelliger Höhe - Elektrohandwerk schwächelt

News | Frank Kessler | 16.04.2020
Verlust in zweistelliger Höhe - Elektrohandwerk schwächelt
Foto: Roland Riethmüller

Noch im Frühjahr herrschte bei der vom Elektrohandwerk durchgeführten Frühjahrsbefragung großer Optimismus. Doch die Situation hat sich deutlich verändert, denn mittlerweile wirkt sich die Corona-Krise auch sehr stark auf die Baukonjunktur im Elektrohandwerk aus. Der Verlust bewegt sich schon jetzt in zweistelliger Prozent-Höhe. Viele Betriebe haben als Antwort darauf mit Kürzungen der Arbeitszeit reagiert.

Rund 2.000 Elektro-Innungsfachbetriebe haben sich an der Umfrage des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) beteiligt. Der Grund für die Untersuchung war die Frage, wie stark das E-Handwerk von der Corona-Krise betroffen sei. Rund 60 Prozent der Betriebe haben demnach mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Bei 41,4 Prozent der Befragten gibt es noch keine Auswirkungen. Über die Hälfte der Unternehmen besitzen ein gutes Auftragspolster von zwei und mehr Monaten. In den Bereichen, die bereits von der aktuellen Lage betroffen sind, beläuft sich der Verlust auf 44 Prozent. Dagegen sind kaum Mitarbeiter tatsächlich von der Krankheit betroffen. Rund 15,1 Prozent der Befragten gaben an, dass sich nur wenige Mitarbeiter wegen einer Covid-19-Infektion in Quarantäne hätte begeben mussten.

Wie haben die Betriebe auf die Krise reagiert?

Rund 24,7 Prozent der Betriebe haben mir Arbeitszeitkürzungen reagiert. 75,3 Prozent haben bisher auf Arbeitszeitkürzungen verzichtet. Das liegt zum Teil daran, dass das E-Handwerk als systemrelevant eingestuft wurde und damit deutlich weniger vom Lockdown der Krise betroffen ist als andere Dienstleistungsunternehmen wie Friseure oder die Gastronomie. Bei den Betrieben, die auf die neue Geschäftssituation reagierten, waren es 66,2 Prozent, die den Abbau von Arbeitszeitkonten als Maßnahme einführten. 64,5 Prozent haben die Mitarbeiter in Urlaub geschickt. 52,9 Prozent haben Kurzarbeit beantragt. Nur 10,3 Prozent haben Mitarbeiter entlassen und 6,4 Prozent mussten gar ihren Betrieb schließen. Zurückhaltend zeigten sich die Elektrobetriebe auch bei den staatlichen Hilfen. Diese wurden bisher nur von 21,7 Prozent der Betriebe in Anspruch genommen. Insgesamt werden die staatlichen Hilfen positiv gesehen. Bemängelt wurde jedoch die Höhe und die Dauer der Antragsbearbeitung, insbesondere bei den Liquiditätshilfen.

Elektrohandwerk blickt in die Zukunft

Angesichts der Zahlen und einer sich weiter steigenden Krise sind diese Zahlen noch passabel. Dass sich die Situation auch auf die Baukonjunktur im Elektrohandwerk auswirkt, zeigt sich am Einbruch des Geschäftsklimaindex. Vor vier Wochen stand dieser noch bei 88,2 Punkten, so ist dieser auf 55,6 Punkte gesunken. Vor der Corona-Krise bezeichneten 78,8 Prozent der befragten Betriebe ihre Lage als gut. Jetzt sind es nur noch 30,1 Prozent. Ein Blick in die Zukunft zeigt den Pessimismus der Innungsbetriebe. Die Dauer der Einschränkungen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht abzusehen. 54,8 Prozent der Befragten sehen eine Verschlechterung oder deutliche Verschlechterung der momentanen Lage. 23,7 Prozent sind der Meinung, dass die Lage gleich bleibt. Lediglich 3,2 Prozent erwarten eine Verbesserung. Bei der Frühjahrsumfrage waren es noch 28,1 Prozent.

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