Viele Bauanträge drohen 2016 zu scheitern

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Foto: KfW-Bildarchiv / Thomas Klewar

Neben dem aktuell bestehenden Defizit an Wohnraum droht Anfang nächsten Jahres ein weiterer Engpass. Denn mit der 2016 in Kraft tretenden verschärften Energieeinsparverordnung EnEV ist auch ein klarer Kurswechsel bei der Heizungstechnik nötig. Künftig lassen sich die gesenkten EnEV-Zielwerte nicht mehr durch zusätzliche Gebäudedämmung erreichen. Viele Planer sind jedoch auf diese Anforderungen nicht vorbereitet, so dass die Ablehnung vieler Bauanträge droht.

In drei Monaten tritt die verschärfte Energieeinsparverordnung EnEV in Kraft. Dabei werden die künftig um 25 Prozent reduzierten EnEV-Zielwerte nicht mehr durch zusätzliche Gebäudedämmung wirtschaftlich rentabel erreicht werden können. Das Ziel besteht darin, klimaschädliche fossile Brennstoffe in Öl- und Gaskesseln aus den Heizungskellern der Neubauten zu verbannen. „Das für Mitte des Jahrhunderts angepeilte Ziel, fast klimaneutral zu leben und zu wirtschaften, lässt sich nur erreichen, wenn die Wärmeversorgung substantiell dekarbonisiert – also von CO2 befreit wird“, bestätigt Prof. Martin Faulstich, Energieberater der deutschen Bundesregierung. Dadurch sollen verstärkt grüne Anlagentechniken zum Einsatz kommen.

Doch auch wenn die Mehrheit der Bundesbürger mit diesem Schritt einverstanden ist und rund 80 Prozent den Klimawandel über CO2-Einsparungen erreichen wollen, wie der repräsentative Stiebel Eltron Energie-Trendmonitor 2015 ermittelt hat. Die meisten Planer sind jedoch noch nicht so weit. „Marktbeobachtungen zeigen, dass viele Planer für Neubauten ihre Konzepte bisher nicht auf grüne Wärmetechnik umgestellt haben“, bestätigt Stiebel Eltron-Geschäftsführer Rudolf Sonnemann. Damit drohen alle klassisch erstellten Bauanträge ab dem neuen Jahr abgelehnt zu werden. Gleichzeitig hat das ganzheitlich negative Auswirkungen auf die Bauwirtschaft, da bereits heute ein Defizit an Wohnraum besteht.

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