Viele Bauvorhaben storniert – Bauwirtschaft steht vor Rezession

Viele Bauvorhaben storniert - Bauwirtschaft steht vor Rezession

Immer mehr Bauprojekte werden storniert. Das lässt die deutsche Bauwirtschaft pessimistisch in die Zukunft schauen, wie eine aktuelle Umfrage bestätigt. Die Auftragsbücher sind zwar voll, doch im Wohnungsbau wächst die Anzahl der Stornierungen. Noch immer werden die Bauunternehmen durch die Corona-Pandemie, die unsichere politische Weltlage, die Preissteigerungen und die stark angestiegenen Energiekosten belastet. Vielerorts fehlt es zudem immer noch an Material. Das bedeutet, dass die Rezession am Bau angekommen ist.

In der deutschen Baubranche ist die schwache wirtschaftliche Lage deutlich zu spüren. Zahlreiche Stornierungen belasten die Bauwirtschaft. Im Hochbau liegt der Anteil bei 11,5 Prozent im Juni. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München (ifo Institut). Im Mai waren es sogar noch 13,4 Prozent. „Die Größenordnung ist vergleichbar mit dem Corona-Schock im Frühjahr 2020”, erklärt ifo-Forscher Felix Leiss. “Diesmal sehen wir im Wohnungsbau besonders häufig Stornierungen. Allerdings sind die Auftragsbücher im Mittel weiterhin prall gefüllt.“

Materialengpässe machen den Unternehmen zu schaffen

Vielerorts ist zudem das Material knapp. 47,1 Prozent der Hochbauunternehmen berichten von Lieferengpässen. Beim Tiefbau sind es 39,7 Prozent. Ebenfalls wirken sich die hohen Energiepreise auf die Preise der Baustoffe aus. Die Unternehmen gehen davon aus, dass dieser Umstand noch für weitere neun Monate anhält. Ein Viertel der Unternehmen erwarten eine sinkende Produktion, weniger Investitionen und einen schrumpfenden Personalbestand. Schuld daran seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine, sowie die gestiegenen Energie- und Materialkosten. Im Juni wurden dazu im gesamten Land rund 2.300 Firmen befragt. Ein Viertel davon rechnet in diesem Jahr damit, weniger zu produzieren. In der Bauwirtschaft lag der Anteil an negativ gestimmten Unternehmen bereits im Frühjahr bei 27 Prozent. Jetzt liegt dieser Wert sogar bei 33 Prozent. Lediglich 25 Prozent der Unternehmen sind optimistisch eingestellt. Es fehlt das Material und die Rohstoffe sowie die Energie werden immer teurer. Hinzu kommt, dass das Personal knapp ist. Die Bauwirtschaft steht vor einer Rezession.

Wegen der Rezession ist keine Aufstockung von Personal geplant

Die Bauwirtschaft geht nicht davon aus, dass sie ihr Personal aufstocken kann. Sorgenvoll in die Zukunft blickt die Bauindustrie aber auch wegen der geringen Investitionsbereitschaft. Es wird mit einem Rückgang der Investitionen am Bau von 34 Prozent gerechnet. Nur 20 Prozent der Bauherren wollen mehr investieren.

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