Wärmedämmung der Gebäudehülle verbessert Klimabilanz

News | Frank Kessler | 22.04.2020
Wärmedämmung der Gebäudehülle verbessert Klimabilanz
Foto: Roland Riethmüller

Kann durch eine gute Wärmedämmung die Klimabilanz verbessert werden? Das Ergebnis einer aktuellen Studie bestätigt, dass auf lange Sicht tatsächlich alle Dämmstoffe Energie und Treibhausgase vermeiden. Das größte ökologische Versäumnis ist eine schlecht gedämmte Gebäudehülle. Die Herstellung von Dämmstoffen benötigt Energie. Das gilt für Glas- und Steinwolle ebenso wie für ein Dämmmaterial aus Kunststoff.

Wenn die Baustoffindustrie Dämmstoffe herstellt, dann wird dafür Energie verbraucht. Das gilt für Glas- und Steinwolle genauso wie für Dämmmaterialien aus Kunststoff. Das beste Beispiel ist Styropor. Dieses Material deckt rund 90 Prozent ab. Nachwachsende Dämmstoffe, zu denen Hanf, Holzfasern oder Flachs gehören, brauchen ebenfalls Energie für die Herstellung. In einigen Fällen ist der Energiebedarf jedoch geringen, weil hier die Sonne einen großen Teil übernimmt.

Positive Ökobilanz auch bei konventionellen Dämmstoffen

Konventionelle Dämmstoffe werden oftmals kritisiert. Doch die neuen Zahlen aus der aktuellen Studie vom Institut für Energie‐ und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) sowie dem Verein Natureplus belegen, dass bei diesen Dämmstoffen die gesamte Ökobilanz trotzdem sehr gut ist. Im Durchschnitt dauert es nur ein Jahr, bis sich die Dämmung energetisch amortisiert hat. Das haben die Forscherinnen und Forscher anhand eines Beispielhauses im KfW-Effizienzhaus-Standard 55 ermittelt. Demzufolge ist für rund 40 Jahre die Dämmung noch intakt. Dadurch wird weiter Heizenergie gespart. Bei einem Neubau mit einem energetischen Mindeststandard braucht es fünf bis zehn Jahre, bis sich eine dickere Dämmung unter den gleichen Voraussetzungen rechnet. "Mehr dämmen als der Gesetzgeber in der Energieeinsparverordnung EnEV verlangt, ist daher definitiv gut für Umwelt und Klima", so Florian Knappe vom ifeu.

Senkung des Energieaufwands

Forschung und Industrie arbeiten daran, den Energieaufwand bei der Produktion von Dämmstoffen zu senken. Am besten schneiden Holzfaser-Einblasdämmung sowie Hanf- und Jutematten beim Herstellungsaufwand ab. Es folgen Zellulose-Einblasdämmstoffe, Holzfasermatten und Polystyrol-Platten. Auf dem dritten Platz rangieren die üblichen Dämmstoffe. Dazu gehören Glaswolle-Matten, Steinwolle- und Mineralschaumplatten. Nicht gut schneiden nass produzierte Holzfaser- und Schaumglasplatten ab, denn bei der Produktion wird zuviel Energie verbraucht.

Auch die Kreislaufwirtschaft berücksichtigen

Die Studie ergab auch, dass neben einer energieeffizienten Produktion ein möglichst stoffliches Recycling erforderlich ist, um die Ökobilanz der Wärmedämmung zu verbessern. Deshalb ist der Einstieg in eine Kreislaufwirtschaft sinnvoll. Sollen Jute und Hanf ihren Vorsprung behalten wollen, dann müssen auch Verbesserungen im Recycling erzielt werden. Zurzeit sieht es so aus, dass diese immer noch in Müllverbrennungsanlagen verbrannt werden.

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