Wärmedämmung in Deutschland besser als im Ausland

News | Frank Kessler | 28.02.2020 Wärmedämmung in Deutschland besser als im Ausland
Foto: Roland Riethmüller

Gebäudesanierung ist ein wichtiges Thema, das sich durchaus auszahlt. So ist die Wärmedämmung deutscher Häuser besser als die der Nachbarn in Europa. Das geht aus einer aktuellen Studie mit 80.000 Haushalten in Europa hervor. Demzufolge verlieren die Gebäude hierzulande weniger Wärme als in anderen europäischen Ländern. Trotzdem gibt es noch immer erhebliche Potenziale, die genutzt werden könnten.

Zwischen Dezember 2019 und Januar 2020 hat das Münchner Unternehmen für intelligentes Raumklima-Management tado eine Studie mit 80.000 Haushalten durchgeführt. Gemessen wurde dabei, wie groß der Wärmeverlust bei einer Innentemperatur von 20 Grad Celsius und Außentemperatur von null Grad Celsius innerhalb von fünf Stunden ist. Erstaunlich ist, dass die Temperatur in deutschen Haushalten nur um durchschnittlich ein Grad Celsius in diesem Zeitraum sank. In Frankreich fielen die Temperaturen um 2,5 Grad Celsius und bei den britischen Haushalten sogar um drei Grad Celsius. Erklären lässt sich dies mit der Gebäudesanierung, die schon seit Jahren in Deutschland ein wichtiges Thema ist. Hierzulande werden die Häuser nach Bauvorschriften und Industrienormen gebaut. Der moderne Gebäudebestand ist aber auch erst durch die vielen Sanierungen nach dern Wende und durch die Neubauprojekte möglich geworden. Effizienter sind lediglich die Häuser in Norwegen. Im Durchschnitt verloren diese nur 0,9 Grad Celsius an Wärme.

Es sind immer noch erhebliche Potenziale vorhanden

Obwohl der energetische Standard in Deutschland ständig wächst, gibt es noch besonders bei alten Häusern ein großes Effizienzpotenzial. Der Verbrauch ist hier fünfmal höher als die Neubauten, die nach 2001 gebaut wurden. Hinzu kommt, dass die Haushalte wieder mehr Energie verbrauchen. Der Grund dafür könnte ein verändertes Nutzungsverhalten der Bewohner sein. Über 80 Prozent des Verbrauchs an Energie stammen aus der Heizungs- und Warmwassererzeugung. Außerdem sind 40 Prozent der Heizungen veraltet. Dementsprechend groß ist das Potenzial. Wenn zum Beispiel eine alte Ölheizung durch eine moderne Gasbrennwertheizung ersetzt wird, kann das eine Energieeinsparung von bis zu 20 Prozent bedeuten. Nach rund sieben Jahren rechnet sich der Austausch der alten Heizung und es entsteht eine geringere Umweltbelastung. Ebenfalls von Vorteil kann es sein, wenn in neue Fenster und in eine Gebäudedämmung investiert wird. Das verschafft neuen Wohnkomfort und reduziert den Energieverbrauch. Einsparungen sind ebenfalls durch eine smarte Heizungssteuerung möglich. Das senkt nicht nur die Heizkosten sondern ist auch ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz. Besonders durch die Digitalisierung ergeben sich neue Möglichkeiten zur Wärmedämmung.

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