Wärmepumpen boomen: Neue Aufträge fürs SHK-Handwerk

Foto: Stiebel Eltron

Wärmepumpen setzen sich immer stärker durch und verändern zunehmend den Heizungsmarkt. Davon könnte insbesondere das SHK-Handwerk profitieren, denn neben neuer Heiztechnik gewinnen auch Batteriespeicher, Photovoltaik und energetische Sanierungen an Bedeutung. Allerdings verläuft die Entwicklung zweigeteilt. Während moderne Heizsysteme bei neuen Wohngebäuden längst dominieren, schlummert im Gebäudebestand noch enormes Auftragspotenzial. Aktuelle Zahlen zeigen, wo für Handwerksbetriebe künftig besonders viel Geschäft entstehen könnte. 

Noch immer zieht der Absatzmarkt für Wärmepumpen kräftig an. So wurden im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland 40 Prozent mehr Geräte verkauft als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig verliert die Gasheizung speziell im Neubau deutlich an Bedeutung. Für SHK-Betriebe und weitere Ausbaugewerke eröffnet die Energiewende damit neue Marktchancen. Doch der aktuelle dena-Gebäudereport der Deutschen Energie-Agentur (dena) zeigt auch, dass im Gebäudebestand der Wechsel zu klimafreundlicher Technik weiterhin nur langsam vorankommt. Besonders deutlich ist der Wandel bei neuen Wohngebäuden. Erneuerbare Energien, Strom und Fernwärme erreichten im Jahr 2025 zusammen bereits einen Anteil von mehr als 89 Prozent an der Wärmeversorgung fertiggestellter Wohngebäude. Ein Jahr zuvor waren es rund 85 Prozent. Wichtigster Treiber ist die Wärmepumpe mit einem Anteil von knapp 74 Prozent im Jahr 2025. Gasheizungen kamen dagegen nur noch auf rund elf Prozent und damit auf einen historischen Tiefstand.

Wärmepumpe legt um 40 Prozent zu

Auch die aktuellen Verkaufszahlen bestätigen den Trend. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 194.500 Wärmepumpen verkauft. Das entspricht einem Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei Gasheizungen waren es dagegen 134.000 Geräte und damit lediglich ein Prozent mehr. Bereits im Jahr 2025 war die Wärmepumpe mit rund 299.000 verkauften Anlagen das absatzstärkste Heizsystem in Deutschland. Ihr Marktanteil stieg von 48 Prozent im Gesamtjahr 2025 auf 55 Prozent im ersten Halbjahr 2026.

Im Gebäudebestand sieht die Entwicklung allerdings anders aus. Dort dominierten im vergangenen Jahr weiterhin deutlich die Gasheizungen. Ihr Anteil sank lediglich von 56,2 auf 56,1 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der Wärmepumpen gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent. Damit bleibt gerade bei bestehenden Gebäuden erhebliches Potenzial für die Heizungsmodernisierung und damit beste Aussichten für das SHK-Handwerk. „Diesen Trend sehen wir hoffentlich bald auch bei der Gebäudeeffizienz, der Dämmung und beim Fenstertausch“, hofft Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung. 

Batteriespeicher wachsen schneller als Solaranlagen

Während Wärmepumpen zulegen, schwächt sich der Photovoltaik-Ausbau an Gebäuden ab. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Zubau von Solaranlagen um 17 Prozent. Insgesamt sind inzwischen rund 80 Gigawatt Gebäudesolar installiert. Deutlich dynamischer entwickelt sich der Markt für Batteriespeicher. Im Juli wurden 30 Gigawattstunden Speicherkapazität und rund 2,6 Millionen Geräte erreicht. Monatlich kommen derzeit etwa 47.400 neue Speicher hinzu. Rund 24 Gigawattstunden der installierten Kapazität entfallen auf Heimspeicher in Wohngebäuden. Seit mehr als einem Jahr wächst der Speichermarkt damit schneller als der Solarmarkt. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe zeichnet sich damit ein breiter werdender Markt ab: Neben dem Heizungstausch gewinnen Batteriespeicher, Photovoltaik, Dämmung und Fenstertausch an Bedeutung. Wie schnell daraus zusätzliche Aufträge im Bestand entstehen, dürfte jedoch wesentlich davon abhängen, ob Eigentümer langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für ihre Investitionen erhalten.

Wird die Wärmepumpe zum neuen Auftragsmotor fürs Handwerk?

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