Wärmepumpen und neue Technologien: Bauwirtschaft im Wandel

Foto: Roland Riethmüller

Technologien befinden sich im Wandel. Das gilt auch für die Klima- und Heizungstechnik. Durch Wärmepumpen wurde ein Technologiewandel gestartet, der auch vor der Bauzulieferindustrie und dem dreistufigen Vertriebsweg nicht Halt macht. Doch auch die Bauwirtschaft steht vor einer Transformation. Die modulare Vorfertigung verändert die klassische Wertschöpfung und ist eine Antwort auf die veränderten Rahmenbedingungen am Bau.

Die Diskussionen um das neue Heizungsgesetz nehmen kein Ende. Dabei hat es bereits große Veränderungen in der Heizungs- und Klimatechnik gegeben, betonen Stephan Hundertmark und Volkhard Emmerich von der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner (W&P). Der Wandel der Technologie geht hin zu Wärmepumpen, die nicht mehr mit fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas betrieben werden. Dank dieser neuen Technologie sind frühere Kernkompetenzen bedeutungslos geworden. Die Installateure sind jedoch jahrzehntelang auf Gas und nicht auf Strom ausgebildet worden. Insgesamt trifft das starke Marktwachstum von Wärmepumpen mit globalen Konzernen wie LG im harten Konkurrenzkampf auf das Wegbrechen alter Erfolgsmuster. Aus diesem Grund hat das Familienunternehmen Viessmann unternehmerische Weitsicht bewiesen: Trotz erfolgreicher Transformation von Öl zu Gas in der Vergangenheit, hat sich der Heizungshersteller entschieden, den nächsten Schritt in die Zukunft mit einem starken Partner zu gehen.

Modulare Vorfertigung ist die Zukunft der Bauwirtschaft

Noch umfangreicher ist der langsam startende Wandel in der Bauwirtschaft. Zwar wird auf den Baustellen immer noch handwerklich gearbeitet. Doch nimmt die Industrialisierung der Bauwirtschaft unter dem Stichwort „Prefab“ oder „Modulares Bauen“ langsam Form an. Diese veränderte Produktionsweise verlagert die Wertschöpfung von der Baustelle in die Fabrik. Das ist eine späte, aber notwendige Reaktion auf die Kostenexplosion, die Verschwendung von Ressourcen und die Unplanbarkeit. Unterstützt wird das Neue Bauen durch den Einsatz von Building Information Modeling (BIM) als wichtige Komponente. Denn digitale Kompetenzen werden in Zukunft ein großer Erfolgsfaktor für die Unternehmen in der Bauwirtschaft sein.

Auch der dreistufige Vertriebsweg steht zur Disposition

Auch die Bauzulieferer müssen sich auf die neue Wertschöpfungskette einstellen. Der dreistufige Vertriebsweg einzelner Bauprodukte wird laut der Prognose von W&P bald der Vergangenheit angehören. Die Bauwirtschaft tut also gut daran, sich der Transformation zu öffnen. Denn wohin es führt, wenn man sich dem Fortschritt verwehrt, sieht man bei der Autoindustrie. Durch die lange Fokussierung auf Verbrennungsmotoren fehlt nun der Anschluss bei der Elektromobilität. Trotzdem muss jede Transformation mit dem großen Blick auf das Ganze in Hinblick auf die Transformationsnotwendigkeit überprüft werden. Dabei muss geklärt werden, was und wie schnell geändert werden kann. Nur, wenn alles zusammenpasst, gelingt auch die Transformation. Die Wärmepumpen sind da erst der Anfang.

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