Wegen Hürden unerreichbar: Wohnungsbau verfehlt hohe Ziele

Foto: ellinnur / envatoelements

Trotz eines ambitionierten Ziels von 400.000 jährlich fertiggestellten Wohneinheiten bleiben die Herausforderungen im deutschen Wohnungsbau groß. Mit 250.000 fertiggestellten Einheiten im letzten Jahr wurde das Ziel verfehlt, was die Branche weiterhin vor finanzielle und organisatorische Hürden stellt. Der Fokus liegt auf kostengünstigen, industrialisierten Lösungen wie der „Prefab“-Bautechnologie, die das Potenzial hat, Bauzeiten und Kosten zu reduzieren. Doch die Umsetzung bleibt eine langfristige Herausforderung, insbesondere aufgrund komplexer Genehmigungsprozesse und unsicherer Marktentwicklungen.

Im letzten Jahr wurden in Deutschland etwa 250.000 Wohneinheiten fertiggestellt. Das entspricht einer Fertigstellung von einer Wohnung alle zwei Minuten. Doch die ambitionierte Zielmarke von 400.000 neuen Wohnungen jährlich aus der letzten Legislaturperiode bleibt weiterhin unerreicht. Damals hatte man eine Fertigstellung alle 80 Sekunden angestrebt. Diese Zahlen prägen noch heute die aktuelle Diskussion auf dem Bau-Symposium „Neues Bauen – 80 Sekunden“ in Berlin, das von Fachleuten der Bauindustrie, Politik, Architektur und innovativen Startups mit Impulsen zum Thema Wohnungsbau und dessen Herausforderungen bereichert wurde. Während die Stimmung weiterhin vorsichtig optimistisch bleibt, werfen die wirtschaftlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen einen Schatten auf den geplanten Ausbau des Wohnungsmarktes. Schließlich steht die Baubranche weiterhin vor der Herausforderung einer stagnierenden Marktnachfrage bei Gewerbeimmobilien und einer gleichzeitig gestiegenen Finanzierungsnachfrage im Bereich des Wohnungsbaus. „Im Falle von Gewerbeimmobilien bleibt die Marktnachfrage gering und die für die Finanzierung wichtigen Vorvermietungsquoten entsprechend auch“, erläutert Stephan Hundertmark, Partner und Leiter der Bauzulieferindustrie bei der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner. Dies führt dazu, dass das Risiko für Geldgeber steigt und höhere Zinsen verlangt werden. Für Entwickler wird es dadurch zunehmend unattraktiv, neue Projekte zu finanzieren, was die ohnehin hohe Unsicherheit im Bauwesen weiter verstärkt. Gleichzeitig sorgt die strikte Einhaltung ökologischer Vorgaben wie der Taxonomie-Vorgaben zur Kreditvergabe dafür, dass Finanzierungen für Neubauten teuer bleiben.

Serielles Bauen: Potenzial und Herausforderungen für die Branche

Neben den finanziellen Herausforderungen bleibt auch die sogenannte „Prefab“-Bautechnologie, also die industrielle Vorfertigung von Baukomponenten, ein beherrschendes Thema. Hier gibt es ein großes Potenzial zur Verbesserung der Bauzeiten und Kosten, allerdings wird die notwendige Umstellung in der breiten Branche als langfristiger Prozess betrachtet. Es fehlt weiterhin an konkreten, weit verbreiteten Lösungen, auch wenn Unternehmen wie Goldbeck und Gropyus als Vorreiter in der Nutzung von Fertigungstechniken gelten. Die Umsetzung solcher innovativen Lösungen in der breiten Masse der Bauindustrie erfordert eine deutlich stärkere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren.

Hürden bei der Umsetzung der Bauweise mit industrieller Vorfertigung

Obwohl einige große Wohnungsunternehmen wie Vonovia und Vivawest auf kostengünstige, industrialisierte Lösungen setzen, bleibt der Weg bis zur breiten Implementierung lang und von Unsicherheiten geprägt. Die Hoffnung liegt auf den Fortschritten der Zukunft, insbesondere in Bezug auf kostengünstige Lösungen mit industrieller Vorfertigung. Doch eine der größten Hürden sind nach wie vor die Genehmigungs- und Planungszeiten, die Projekte deutlich verzögern können. Laut dem Symposium liegt der Unterschied zwischen der gewünschten Fertigstellung alle 80 Sekunden und der tatsächlichen Realisierung alle 125 Sekunden vor allem an den administrativen Prozessen: Ohne die langen Genehmigungs- und Planungsprozesse sowie die jahrelangen Klagemöglichkeiten würden die 45 Sekunden Unterschied zwischen 80 und 125 nicht entstehen.

Langfristiger Wandel erfordert kontinuierliche Zusammenarbeit und Expertise

Die Notwendigkeit für einen langfristigen, stetigen Wandel bleibt also unerlässlich. Nur durch einen kontinuierlichen Austausch von Expertise und Ressourcen können die angestrebten Ziele langfristig erreicht werden – eine Herausforderung, die die gesamte Baubranche und ihre Zulieferer weiterhin beschäftigen wird.

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Es ist für mich unverständlich, dass von allen selbsternannten Experten und denen der Verantwortlichen Gremien propagiert wird, dass
250.000 neue ( zusätzliche ) Wohnungen in 2024 erstellt wurden.

Wie hoch ist die Zahl der weggefallenen WEs w/ Rückbau ? Wieviel zusätzlicher Wohnraum wurde tatsächlich geschaffen ?

Es ist ein wenig so, wie die fälschliche Annahme, dass das Bruttogehalt einem Arbeitnehmer vollumfänglich für den Konsum zur Verfügung stände !

Ich würde sehr gerne hier einmal Zahlen hören.

Mit besten Grüßen

Dipl.Kfm. Matthias Hahn
Diplom Sachverständiger ( DIA )
zertifizierter Sachverständiger DEKRA

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