Weiterhin Ablehnung im Baugewerbe für „blaue Plakette“

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Foto: Roland Riethmüller

Geht es nach dem Willen des Bundesbauministeriums, dann sollen in Zukunft die Innenstädte von den Dieselfahrzeugen befreit werden. Doch dieser Vorstoß steht dem dringend gebrauchten Wohnungsbau in den Innenstädten im Weg. Denn noch fehlen ausreichende Alternative. Daher lehnt das Baugewerbe entsprechende Einschränkungen ab und verweist auf innovative Ansätze vom Abbau von Stickoxiden.

Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbes (ZDB), Felix Pakleppa, spricht sich in einer Stellungnahme weiterhin gegen die Einführung der “blauen Plakette” aus. „Auch der Vorschlag, dass Fahrzeuge nur mit geraden bzw. ungeraden Nummernschildern an bestimmten Tagen fahren dürfen, greift zu kurz“, kommentiert Pakleppa den neuen Vorschlag von Bundesbauministerin Barbara Hendricks.

Betroffen von dem umstrittenen Verbot von Dieselfahrzeugen in den Innenstädten wären schließlich nicht nur die Baufahrzeuge, sondern auch Kleinbusse, Lieferwagen und Pkw, die von den Bauunternehmen den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden würden. Insgesamt gibt es in der Bauwirtschaft rund 1,2 Millionen Fahrzeuge, von denen der größte Teil mit Diesel angetrieben werden. Eine schnelle Umrüstung der Fahrzeugflotte wäre aus technischen und ökonomischen Gründen nicht möglich. So kritisiert Pakleppa die mangelnde Umsetzbarkeit der Maßnahmen der Politik.

Wohnraumgefährdung durch die blaue Plakette

Sicherlich ist eine reine Luft in den Ballungsgebieten kein schlechter Gedanke. Allerdings wird eine große Portion Augenmaß bei der Umsetzung benötigt. Wichtig wäre zunächst erst einmal, sich um die Dieselfahrzeuge zu kümmern, die regelmäßig in den Städten fahren. An erster Stelle ist die öffentliche Hand gefragt, denn sie sollte zuerst anfangen, ihre Fuhrparks umzurüsten. Besonders diese Fahrzeuge sind an der Stickoxidbelastung maßgeblich beteiligt. Der Bauwirtschaft die Schuld zuzuweisen, sei sicherlich der falsche Weg und behindere nur den Neubau von Wohnraum, der so dringend benötigt wird.

Titandioxid könnte die Rettung sein

Stattdessen empfiehlt Pakleppa innovative Ansätze zum Schutz vor Stickoxiden. So lässt sich der photokatalytischen Baustoff Titandioxid  in Beton oder Asphalt beimischen. Dessen Pigmente sorgen dafür, dass die Stickoxide im Sonnenlicht schnell abgebaut werden können. Leider wird dieser Baustoff in Deutschland kaum verwendet und kann deshalb nicht überall eingesetzt werden.

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