Weniger CO2: Erster keramischer Recyclingziegel von Poroton

Foto: Schlagmann Poroton

Noch immer fehlt es in Deutschland an bezahlbarem Wohnraum. Doch die Preisexplosion bei Baustoffen hat dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die ambitionierten Wohnungsbauziele konnten nicht erreicht werden. Um kostengünstiger zu bauen und gleichzeitig die Klimaschutzziele im Blick zu haben, wird verstärkt auf Recyclingbaustoffe gesetzt. Ein neuer keramischer Recyclingziegel könnte dazu beitragen, beide Ziele zu erfüllen.

In Deutschland ist besonders in Großstädten und Ballungsgebieten der Wohnraum knapp. Die Bundesregierung hat deshalb das Ziel gesetzt, jährlich 400.000 neue Wohneinheiten zu bauen. Dieses Ziel ist jedoch leider verfehlt. Schuld daran sind die Preissteigerungen durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg. Gleichzeitig ist der energieintensive Bausektor in der Pflicht, bis zum Jahr 2030 eine Treibhausgasminderung um 65 Prozent zu erreichen. Die Lösung können hier Recyclingbaustoffe sein. Der keramischer Recyclingziegel ist ein Weg in die richtige Richtung. So wurde bei dem Ziegelhersteller Schlagmann Poroton das „rote Gold“ bereits früh als Werkstoff erkannt. Bereits seit dem Jahr 2016 bietet das Unternehmen sein eigenes Recyclingsystem an. Auf dem Gelände werden eigens dafür Container für den Ziegelbruch aufgestellt. Dieser Service ist in den letzten Jahre rapide angestiegen. Mittlerweile schafft man es auf rund 2.000 Containerladungen mit einem Fassungsvermögen von einem Kubikmeter.

Erster wiederaufbereiteter Ziegel ohne künstliche Bindemittel

Der aufbereitete Ziegelverschnitt wird beim Bau von Straßen, Tennisplätzen und als Pflanzensubstrat im Gartenbau eingesetzt. Die Produktion ist zu 100 Prozent abfallfrei, denn die Abfallware und der Schleifstaub werden wieder dem Herstellungsprozess zugeführt. Doch wie entsteht dieses Recyclingmaterial? Das Unternehmen forscht seit einigen Jahren an den Möglichkeiten, recyceltes Material zu einem neuen Baustoff zu entwickeln. Das Ergebnis ist der Poroton-R. Dieser keramischer Recyclingziegel ist der erste wiederaufbereitete Ziegel, der ohne künstliches Bindemittel auskommt.

Der keramischer Recyclingziegel benötigt weniger CO2-Emissionen

Demnach soll der keramische Recyclingziegel weniger als die Hälfte an CO2-Emissionen benötigen. „Nach zahlreichen Versuchsreihen war für uns der beste Weg, den Recyclingziegel aus aufbereitetem, fein gemahlenem Material zu produzieren – in Analogie zur Feinkeramik und Technischen Keramik“, erläutert Ralf Hillebrand, Projektleiter der keramischen Entwicklung bei Schlagmann. Das Ergebnis ist eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft. Gebrannte Lehm-Ziegel beweisen seit Jahrtausenden ihr Potenzial als ökonomischer, ökologischer sowie sozialer Baustoff. So bewegt man sich gleichzeitig im Einklang mit der Nachhaltigkeit. Der keramischer Recyclingziegel hat eine hohe Lebensdauer und ist zudem auch noch bezahlbar.

Kommentare

0 0 votes
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?

Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Messen & Kongresse 2024

Der große Meistertipp-Kalender: Messen und Kongresse 2024 für Bauindustrie, Baugewerbe, Bauhandwerk und die Bauwirtschaft.

Newsletter

Verpassen Sie nichts mehr mit unserem kostenlosen Newsletter. So werden Sie frühzeitig über anstehende Veranstaltungen informiert und bleiben immer auf dem neusten Stand.

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.